Ein Dokument von Juan Pujol Garcia.

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Zweiter Weltkrieg
09/28/2016

Spanischer Doppelagent führte Wehrmacht in die Irre

Der spanische Spion Pujol half mit Fehlinformationen an die Wehrmacht beim Erfolg der Alliierten-Landung. MI5-Geheimdokumente geben nun Einblick in seine Arbeit.

Er galt als einer der größten Doppelagenten des Zweiten Weltkriegs und trug entscheidend zum Erfolg der Landung der Alliierten in der Normandie bei - nun sind in Großbritannien Details zur Arbeit des Spaniers Juan Pujol ans Licht gekommen.

Das Nationalarchiv gab am Mittwoch einige Dokumente des Geheimdienstes MI5 frei, in denen beschrieben wird, wie der Agent mit dem Decknamen Garbo das NS-Regime mit Fehlinformationen versorgte.

Versorgte Nazis mit Fehlinformationen

So schaffte es Pujol, die Wehrmacht davon zu überzeugen, dass der Normandie-Angriff nur ein "großes Ablenkungsmanöver" sei und der wahre Tag X sich weiter nördlich in Calais abspielen werde. Pujol habe den Deutschen "Gründe dafür genannt, weshalb der zweite Angriff wahrscheinlich in Pas-de-Calais stattfinden wird", schreibt sein betreuender Agent Tomas Harris in einem Memo vom 13. Juni 1944, also wenige Tage nach der Allierten-Landung. So sollten Truppenbewegungen erzeugt werden.

Er sei von "großer Genialität"

In einer Note vom 12. Juli 1943 heißt es über den Spanier, er sei von "großer Genialität" gewesen und habe seine Arbeit mit "leidenschaftlichem und idealistischem Eifer" ausgeführt. Pujol kam im April 1942 als Doppelagent nach London, seine Frau konnte sich mit dem neuen Leben aber nicht so recht anfreunden. So drohte sie im Juni 1943 nach einem Streit damit, ihn zu verlassen und der spanischen Botschaft seine Arbeit für die Franco-Diktatur zu verraten.

Pujol inszenierte Harris zufolge daraufhin seine Festnahme als Folge ihres Verhaltens, um seine als "hochemotional und neurotisch" beschriebene Frau zu beruhigen. Sie besuchte ihn sogar in einem Verhörzentrum - und versprach später, die Arbeit ihres Mannes nie wieder derart zu gefährden. Pujol habe so Schlimmeres verhindert, schrieb Harris.

Nach dem Weltkrieg

Nach dem Krieg zog der Doppelagent nach Angola und inszenierte dort seinen eigenen Tod. Anschließend ging er nach Venezuela, wo er 1988 starb. Seine doppelte Agententätigkeit flog nie auf. Er war sogar so erfolgreich, dass ihm von Deutschland das Eiserne Kreuz verliehen wurde.
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