Doch keine Sex-Affäre: General Allen entlastet

File photo of U.S. Marine Lt. Gen. John Allen talk
Foto: Reuters/LARRY DOWNING Keine Affäre, kein unanständigen Mailverkehr: General John Allen.

Der Befehlshaber der NATO-Truppen in Afghanistan, US-General John Allen, ist rehabilitiert. Seine Mail-Partnerin wurde „erpresst“.

John Allen kann aufatmen. Das US-Verteidigungsministerium bescheinigte dem General korrektes Auftreten. Vergessen sind die Hunderten angeblich anrüchigen eMails, die er mit der Arztgattin Jill Kelley ausgetauscht hat. Das Pentagon glaubt dem 59-jährigen John Allen und der 37-jährigen Jill Kelley, dass sie keine außereheliche Affäre gehabt haben, und spricht den General „vollkommen“ frei.

YE Petraeus Resigns Foto: AP Die Affäre: David Petraeus mit seiner Biografin Paula Broadwell Damit soll ein Schlussstrich gezogen werden unter die peinliche Affäre Petraeus. CIA-Chef David Petraeus musste im November zurücktreten, nachdem seine Affäre mit seiner Biografin, Paula Broadwell, bekannt geworden war. Die von Eifersucht geplagte Elitesoldatin hatte Drohmails an Jill Kelley geschickt, weil sie annahm, dass die Freundin der Familie Petraeus auch ein Auge auf den CIA-Chef geworfen hätte. Als Kelley das FBI einschaltete, flog Schnitzlers Reigen im US-Militär auf. Denn auch ihre eMails an den Oberbefehlshaber in Afghanistan wurden bekannt.

Nun ist Schadensbegrenzung angesagt.

Paula Broadwell schweigt in der Öffentlichkeit. Ihr Ehemann, ein Chirurg, steht tapfer zu seiner Frau. Auch die betrogene Frau von David Petraeus, die Generalstochter Holly, verhält sich still.

Jill Kelley dagegen nahm sich teure PR-Berater und brachte schon einen tränenreichen Auftritt hinter sich. Diese Woche gab sie ihr erstes kurzes Interview. Im Daily Beast bezeichnete sie sich als Stalking-Opfer, das von Broadwell in eMails „erpresst und bedroht“ worden sei. Juristische Schritte lehnt die frühere Freundin der Petraeus-Familie aber ab. John Allen steht seiner Beförderung zum Oberbefehlshaber der NATO-Einsätze nun nichts mehr im Weg.

CIA-Chef David Petraeus stolperte über eine außereheliche Affäre. Er musste zurücktreten. Der Stein des Anstoßes: Seine Biografin Paula Broadwell Foto: Paula Broadwell spricht im Jänner in der TV-Show von Jon Stewart über die Petraeus-Biografie. Vergangenes Wochenende gab David Petraeus das Verhältnis zu. (Archivfoto vom 13. Juli 2011.) Inzwischen ist der CIA-Skandal um eine Facette reicher geworden: Auch gegen ISAF-Chef John Allen wird ermittelt. Allen soll Jill Kelley, der angeblichen Nebenbuhlerin der Petraeus-Geliebten Paula Broadwell, 20.000 bis 30.000 E-Mails geschrieben haben. Das FBI untersucht, ob die Affäre ein Sicherheitsrisiko darstellt. Im Haus von Broadwell gab es nun eine Razzia. Ein Bild aus besseren Tagen: David Petraeus und seine Frau Holly.
Hintergrund

Sex-Affären in der Weltpolitik

DIE BUNGA-BUNGA-AFFÄRE Ein Bild aus besseren Zeiten: Italiens ehemaliger Regierungschef Silvio Berlusconi und seine kurzzeitige Herzdame Ruby. 2010 soll Berlusconi die damals minderjährige Marokkanerin Karima al Marough alias Ruby Rubacuori bei Partys in seiner Villa in Arcore für Sex bezahlt haben. Berlusconi steht nicht nur bei dieser Affäre im Mittelpunkt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 74-Jährigen Begünstigung der Prostitution von Minderjährigen sowie Amtsmissbrauch vor. "Ich habe keine Straftat begangen", wehrt sich der Italiener. Er habe sich, so seine Überzeugung, nur das erfüllt, was sich jeder Italiener insgeheim wünscht: mit jungen und hübschen Frauen eine Beziehung zu haben. Dem Image Italiens schadeten die Enthüllungen über wilde "Bunga Bunga"-Sexpartys allerdings enorm. DIE LEWINSKY-AFFÄRE
Das nächste Bild aus besseren Zeiten: Bill Clinton mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky, die Mitte der 1990er-Jahre im Weißen Haus arbeitete. Im August 1998 gestand Clinton, eine "unangemessene Beziehung" mit der Praktikantin gehabt zu haben. Ihm wurde in Folge Behinderung der Justiz vorgeworfen. Im Februar 1999 wurde Clinton in einem Amtsenthebungsverfahren freigesprochen. Der Satz „I did not have sexual relations with that woman, Ms. Lewinsky“ schrieb trotzdem Weltgeschichte. DER WÜRSTCHEN-SKANDAL
US-Politiker scheinen überhaupt sehr fleißig zu sein, wenn es um Sexskandale geht. Der Kongressabgeordnete Anthony Weiner galt als hoffnungsvoller politischer Aufsteiger. Bis im Juni 2011 anzügliche Fotos von ihm im Internet auftauchten. Eines davon zeigte den Demokraten in leicht durchsichtigen Unterhosen. Der verheiratete Weiner gab schließlich zu, erotische Online-Kontakte mit mehreren Frauen gepflegt zu haben.Trotz mancher Fans (siehe Bild), blieben Weiner Rücktritt und Spott nicht erspart. Sein Name wird "Wiener" ausgesprochen, was für Würstchen, umgangssprachlich also für "Penis", steht. Auch der heutige südafrikanische Präsident Jacob Zuma war vor einigen Jahren in einen Sexskandal verwickelt. Er wurde im Mai 2006 von dem Vorwurf freigesprochen 2006 eine HIV-positive Frau vergewaltigt zu haben. Nur selten enden Sexskandale für die mächtigen Männer im Gefängnis. Eine Ausnahme ist der Fall des israelischen Ex-Präsidenten Moshe Katzav. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er wegen zweifacher Vergewaltigung einer ehemaligen Mitarbeiterin und sexueller Belästigung zweier weiterer Angestellter zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dem früheren malaysischen Vize-Regierungschef und späteren Oppositionsführer Anwar Ibrahim drohen in einem laufenden Verfahren wegen homosexueller Beziehungen mit einem Ex-Mitarbeiter bis zu 20 Jahre Gefängnis. Homosexualität ist im muslimischen Malaysia illegal. Anwar war bereits Ende der 90er Jahre wegen Homosexualität und Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. DIE ZIMMERMÄDCHEN-AFFÄRE Er solle in den USA lieber nicht mehr mit einer Frau allein in einen Aufzug steigen - das habe Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy seinem damaligen Widersacher Dominique Strauss-Kahn mit auf den Weg gegeben. Half offenbar nichts: IWF-Chef Strauss-Kahn wurde 2011 in New York festgenommen und angeklagt, weil er eine Hotelangestellte sexuell angegangen haben soll. Frauen scheinen ihre Triebe eher im Griff zu haben - oder sie sind schlicht diskreter. Doch auch hier gibt es Fälle. So etwa Iris Robinson, die Frau des nordirischen Ministerpräsidenten, die sich mit einem Teenager einließ. Ausbaden musste es allerdings ihr Mann: Peter Robinson (Mitte) gab vorübergehend sein Amt ab. Wikileaks-Gründer Julian Assange wehrt sich seit Monaten gegen eine Auslieferung nach Schweden, wo er ungeschützten Sex mit zwei Frauen gehabt haben soll. Er sieht eine politische Verschwörung gegen sich und WikiLeaks.
(kurier) Erstellt am
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