Politik | Ausland
23.01.2013

Doch keine Sex-Affäre: General Allen entlastet

Der Befehlshaber der NATO-Truppen in Afghanistan, US-General John Allen, ist rehabilitiert. Seine Mail-Partnerin wurde „erpresst“.

John Allen kann aufatmen. Das US-Verteidigungsministerium bescheinigte dem General korrektes Auftreten. Vergessen sind die Hunderten angeblich anrüchigen eMails, die er mit der Arztgattin Jill Kelley ausgetauscht hat. Das Pentagon glaubt dem 59-jährigen John Allen und der 37-jährigen Jill Kelley, dass sie keine außereheliche Affäre gehabt haben, und spricht den General „vollkommen“ frei.

Damit soll ein Schlussstrich gezogen werden unter die peinliche Affäre Petraeus. CIA-Chef David Petraeus musste im November zurücktreten, nachdem seine Affäre mit seiner Biografin, Paula Broadwell, bekannt geworden war. Die von Eifersucht geplagte Elitesoldatin hatte Drohmails an Jill Kelley geschickt, weil sie annahm, dass die Freundin der Familie Petraeus auch ein Auge auf den CIA-Chef geworfen hätte. Als Kelley das FBI einschaltete, flog Schnitzlers Reigen im US-Militär auf. Denn auch ihre eMails an den Oberbefehlshaber in Afghanistan wurden bekannt.

Nun ist Schadensbegrenzung angesagt.

Paula Broadwell schweigt in der Öffentlichkeit. Ihr Ehemann, ein Chirurg, steht tapfer zu seiner Frau. Auch die betrogene Frau von David Petraeus, die Generalstochter Holly, verhält sich still.

Jill Kelley dagegen nahm sich teure PR-Berater und brachte schon einen tränenreichen Auftritt hinter sich. Diese Woche gab sie ihr erstes kurzes Interview. Im Daily Beast bezeichnete sie sich als Stalking-Opfer, das von Broadwell in eMails „erpresst und bedroht“ worden sei. Juristische Schritte lehnt die frühere Freundin der Petraeus-Familie aber ab. John Allen steht seiner Beförderung zum Oberbefehlshaber der NATO-Einsätze nun nichts mehr im Weg.

Sex-Affären in der Weltpolitik