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Politik Ausland
01/23/2018

Die US-mexikanische Grenze von West nach Ost: 3.000 Kilometer in Bildern

An der Grenze zwischen den USA und Mexiko trennen Mauern, Zäune und anderes Welten.

von Tom Schaffer

Donald Trump hat den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko zu einem symbolträchtigen Projekt seiner Amtszeit gemacht. Auch wenn sich kaum Experten finden lassen, die das für ein sinnvolles Sicherheitsprojekt halten, haben er und Teile der Republikaner sich so sehr darauf versteift, dass er seit mittlerweile mehr als einem Monat die Funktionsfähigkeit der Behörden mit einem Shutdown opfert, um dem Kongress die Erfüllung seines Wunsch abringen zu können.

Dabei soll die Idee einer Mauer ganz am Anfang der Gedankenspiele um eine Präsidentschaftskandidatur nur ein Trick der Trump-Berater gewesen sein, um den unberechenbaren aber eitlen Kandidaten Trump an die Notwendigkeit zu erinnern, über seinen Kampf gegen Migration zu reden. Eine Mauer hätte sich dafür gut geeignet. Das berichten einiger dieser Berater in der New York Times.

Etwa fünf Jahre später ist aus einem kleinen Gedächtnistrick ein kontroverses Großprojekt geworden. Von der Idee, dass Mexiko für den Bau zahlen werde, hat sich sogar Trump selbst längst verabschiedet und versucht es mit absurden Rechnungen so darzustellen, als hätte ein Handelsvertrag mit Mexiko das Geld längst eingebracht. Um einst 18 Milliarden und nun 5,7 Milliarden Dollar aus dem heimischen Steuergeld will Trump nun die Lücken an der Grenze stopfen. Denn an vielen Orten der Grenze stehen bereits bauliche Sperren: Mauern, Zäune, Gewässer und andere natürliche Hindernisse trennen die beiden Staaten.

Das beeinflusst nicht nur massiv das Leben von Menschen und Tieren in diesen Regionen. Oft ergibt das skurrile oder auf ihre eigene Art und Weise spektakuläre Bilder. Wir haben eine Auswahl für Sie zusammengestellt.

Am westlichsten Punkt der über 3,000 Kilometer langen Grenze reicht der insgesamt über 1.000 Kilometer lange bestehende Grenzzaun meterweit ins Meer, bis dorthin, wo die Wellen des Pazifiks brechen. Ganz herangebaut ist an der Südseite die Stadt Tijuana mit ihren 1,3 Millionen Einwohnern. Nicht ganz so nah an die Grenze reicht im Norden San Diego, dessen Ausläufer ein paar Kilometer weiter beginnen und wo weitere 1,4 Millionen Menschen in der Metropolregion hausen.

Welcher Eingriff in die Natur die Grenzbefestigungen sind, zeigt sich dann auch schon ein paar hundert Meter westwärts in der "Schmugglerschlucht".

Von kalifornischer Seite her zeigt sich sehr schön, wie abrupt das Alltagsleben endet, wo die Zäune ihm Grenzen setzen.

Noch in Tijuana stapelt sich Müll auf der einen Seite des Zauns, Trumps bei einem PR-Termin fast Katalog-artig inszenierten Prototypen für weitere Mauerstücke ragen auf der anderen Seite in die Höhe.

Einige Kilometer weiter östlich reicht Tecate an den Zaun heran - eine Kleinstadt etwa in der Größe von St. Pölten. Ein französischer Künstler mit dem Namen "JR" hat dort ein Mural platziert, dass ein riesiges Kleinkind in schwarz-weiß über den Zaun spechteln lässt.

Nicht weit von der Stelle, wo aus Kalifornien dann Arizona wird, liegt hüben wie drüben Sand an der Grenze. Die "Imperial Sand Dunes" sind kein lebensbejahender Raum - doch mittendrin schützt der Stahl auch hier vor unerwünschten Übertritten. 

Südlich von der bekannten US-Stadt Tucson grenzt das Örtchen Nogales (Arizona, 20.000 Einwohner) an Nogales (Sonora, 212.000 Einwohner). Die zwei Städte sind durch einen der bekannten Grenzzäune getrennt, doch unweit von ihnen markiert ein simpler Stacheldraht-Zaun die internationale Grenze.

Die Gegend zwischen Nogales und den Imperial Sand Dunes kostet viele Menschen das Leben. "Hier sind die Temperaturen am Höchsten und die Wasserquellen am Rarsten", sagt die Organisation "No More Deaths". 122 Körper wurden etwa zwischen Oktober 2017 und September 2018 in dieser Gegend eingesammelt, doch die Eingesammelten seien nur ein kleiner Teil der tatsächlich Verstorbenen. 

Auch im US-Bundesstaat New Mexico konnte man noch im Vorjahr Bauarbeiten beobachten, wo leichter zu überwindende Hindernisse einem massiven Zaun weichen mussten.

Unweit von der Stellte sind zwei Städte eigentlich miteinander verwachsen. El Paso (USA, 800.000 Einwohner) und Ciduad Juarez (Mexiko, 1,3 Millionen) liegen Seite an Seite und sind aus der Luft kaum voneinander zu unterscheiden.

Doch aus der Nähe ergibt sich an der Grenze ein tiefer Graben, der die Seiten (Ciudad Juarez links, El Paso rechts) trennt.

Jene, die die Grenze trotz Widrigkeiten und Zäunen überwinden, begeben sich nicht nur in Gefahr, sondern sie sind bei ihren Versuchen auch kreativ. Dieser Anlauf nahe Yuma, Arizona, ging allerdings schief - der Jeep blieb am höchsten Punkt hängen und seine Fahrer flüchteten bei der Ankunft der Grenzschützer.

Der größte Teil der Grenze verläuft aus US-Sicht entlang des Bundesstaates Texas. Und dort wiederum wird sie über weite Strecken vom Rio Grande bestimmt. Nicht überall ist der ein reißendes Gewässer.

Jene, die auf legalem Wege über die Grenze zu kommen probieren, warten derzeit oft lange. Tausende Flüchtlinge und Migranten werden an den Übergängen auf unbestimmte Zeit zurückgehalten, weil die US-Regierung täglich nur eine bestimmte Zahl herein lässt. "Wir weisen niemanden ab", sagte ein Grenzschützer im Oktober zu Reportern. "Wir bitten sie, zu warten."

Die 3.000 Kilometer lange Grenze läuft schließlich nahe Brownsville (Texas) und Matamoros (Tamaulipas) über den Rio Grande wieder ins Meer. Ob jemals eine durchgehende Wand die Staaten vom Pazifik bis in den Golf von Mexiko trennt, bleibt abzuwarten - und zu bezweifeln.

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