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Politik Ausland
08/29/2020

Gesetzes-Wirrwarr: Die neun kuriosesten Corona-Strafen der Welt

Speed-Hochzeiten, Stockhiebe und verpflichtende Liegestütz: Österreich übt sich im internationalen Vergleich in Laissez-faire.

Das Formular-Wirrwarr samt Staulawine an der Kärntner Grenze hat zuletzt in Österreich die Wogen hochgehen lassen. Auch unter KURIER-Lesern schieden sich die Geister. Da gab es jene, die den Stauopfern hämisch ausrichten ließen, dass es ohnehin besser und patriotischer gewesen wäre, Urlaub in der Heimat zu machen. Da gab es aber auch die andere Fraktion, die sich gar nicht mehr einkriegen konnte über das  Versagen von Regierung  und Behörden.

Die Politik ist in diesen Zeiten der Pandemie gefordert wie selten. Der Staat muss handeln, das oft im Eiltempo und unter ständig wechselnden Umständen. Das sorgt unweigerlich für Verwirrung und Fehler. Der inzwischen berüchtigte „Ostererlass“, mit dem man  die Feierlichkeiten in heimischen Familien in ein etwas zu enges Korsett zu  zwängen versucht hatte, hatte nur eine kurze Halbwertszeit. Viel länger als die Maßnahme selbst hielt der Ärger darüber an – und über die Behörden, die nicht einmal das ordentlich abwickeln konnten. Außerdem... 

Ein bisschen mehr Gelassenheit in schwierigen Zeiten  wäre oft ratsam. Anderswo haben sich die Behörden oft viel schlimmer in ihren Corona-Erlässen und Paragrafen verheddert. Der KURIER blickt über die Grenzen, um zu prüfen, was denn anderswo so frei herumläuft an Verwandten unserer Babyelefanten. Von Australien bis in die Türkei, vom Rauchverbot auf den Straßen bis zum Verlobungsverbot. 

Ein Streifzug durch die Pandemie-Welt – mit  Augenzwinkern und zum Staunen.

1. Island: Zwei Schafe Abstand!

Mit mehr als 800.000 ist die isländische Schafpopulation mehr als doppelt so hoch wie jene der Isländer selbst (323.000 Einwohner). Das trifft sich gut – wurden die Bürger doch aufgefordert, zwei Schafe Abstand zu halten. Vor allem im Winter kann das den Isländern zum Vorteil gereichen – denn die  Islandschafe werden in der kalten Jahreszeit nicht geschoren und sind so noch voluminöser.

2. Indien: Stockhiebe und Schreiben

Schon zu Beginn der Pandemie griffen die Sicherheitsbehörden zu rigorosen Maßnahmen. Corona-Regelbrecher wurden mit Schlagstöcken verprügelt. Andere mussten Kniebeugen machen oder wurden  von Beamten mit Helmen in Form des Coronavirus erschreckt. Touristen mussten wegen eines verbotenen Spazierganges 500 Mal schreiben „Ich habe mich nicht an die Ausgangssperre gehalten, das tut mir sehr leid“.

3. Indonesien: Liegestütz und Singen 

In dem Inselstaat wurde ein Motorradfahrer, der ohne Mund- und Nasenschutz unterwegs war, von Polizisten gestoppt. Als Strafe musste er vor ihren Augen Liegestütz machen. Corona-Sündern drohen auch andere demütigende Sportübungen in der Öffentlichkeit. Weitere Strafmaßnahmen: Das öffentliche Absingen der Nationalhymne und die erzwungene Teilnahme an Beerdigungen von Covid-19-Opfern.

4. Südafrika, Kenia, Katalonien: Alkoholverbot

Gerade erst hat man es erneut aufgehoben, das Alkoholverbot in Südafrika. Doch in dem von Corona am stärksten betroffenen Land Afrikas   trinken viele so exzessiv  – und distanzlos –  Alkohol, dass die Ansteckungsraten wie beim ersten  Mal in die Höhe schnellen könnte. Im spanischen Katalonien ist Trinken auf der Straße verboten. Auch in München gilt partiell ein  Alkoholverbot. 

5. Ghana: Zehn Jahre Haft

Das westafrikanische Land hat die weltweit wohl härtesten Corona-Regelungen. Wer ohne Mund- und Nasenschutz erwischt  wird, dem blühen  zwischen vier und zehn Jahren Gefängnis. Auch die Geldstrafe, die für das Vergehen vorgesehen ist, ist geschmalzen: bis zu  60.000 Cedi (8.800 Euro).  Das Durchschnittseinkommen in Ghana liegt gerade einmal bei umgerechnet knapp 1.200 Euro.

6. Brasilien: Keine Flug-Polster

Neuesten Umfragen zufolge kann sich Präsident Jair Bolsonaro ausruhen – er war noch nie so beliebt. Schwerer dürfte das Flugreisenden in Brasilien fallen – die Fluglinien verbieten nämlich Polster in  Flugzeugen, da diese das Virus übertragen könnten. Stattdessen soll es für die Gäste zusätzliche Decken geben. So sollte zumindest eine Erkältung unwahrscheinlicher werden.

7. Türkei: Nur Speed-Hochzeiten

Hunderte Gäste, köstliche Speisen – mehr als 540.000 türkische Hochzeitspaare konnten vergangenes Jahr noch ausgelassen feiern. Damit ist es in 14 Provinzen vorbei. Eine Stunde darf eine Hochzeitsfeier nur noch dauern, Essen ist verboten, tanzen darf nur das Brautpaar. Bei jeder Hochzeit muss ein Corona-Inspektor anwesend sein, Verlobungen sind verboten.

8. Australien: Ein Känguru Abstand

„Mindestens ein erwachsenes Känguru Abstand halten“, geben die National Parks und der Wildlife Service South Australia vor, um die Besucher  voneinander fernzuhalten.  Die Australier mögen sich darunter etwas vorstellen können. Für die Besucher aus der Ferne wurde die Länge (1,5 Meter) ebenfalls verzeichnet. 

9. Spanien: Rauchverbot

Das Rauchen auf der Straße und auf den Terrassen von Lokalen ist seit Mitte August verboten. Wobei es ausdrücklich nicht nur um Zigaretten, sondern um jede Art des Tabakkonsums geht, auch um elektronische Zigaretten. Doch – typisch Spanien – das Gesetz wird in jeder Region anders ausgelegt. So darf man in Galicien draußen rauchen, wenn man dabei den Abstand zu anderen einhält oder Maske trägt. 

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