Politik | Ausland
12.05.2017

Dt. Soldat äußerte sich rechtsextrem - suspendiert

"In Illkirch-Kaserne gibt es Gruppe gewaltbereiter Offiziere". Bei Franco A. wurden Bomben-Baupläne gefunden.

Bei den Ermittlungen zum Fall Franco A. sind deutsche Ermittler auf eine Anleitung zum Bombenbau gestoßen. Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Die Ermittler fanden den Angaben zufolge auf Datenträgern das in islamistischen Terrorkreisen verbreitete "Mujahideen Explosives Handbook" aus den 90er Jahren. Außerdem soll sich Franco A. ein in Deutschland verbotenes Werk aus der Schweiz mit dem Titel "Der totale Widerstand" beschafft haben. Diese Schrift, die in Neonazi-Kreisen kursiert, beschreibt Methoden des Widerstandes gegen eine Besatzungsarmee.

Die Ermittler stießen außerdem auf ausführliche Selbstreflexionen des inhaftierten Offiziers. Daraus gehe hervor, dass Gewalt für den Bundeswehr-Angehörigen nicht nur eine "letzte Option" gewesen sei, sondern ein "probates Mittel". Der Militärische Abschirmdienst ( MAD) war auf Franco A. erst aufmerksam geworden, nachdem er in Österreich wegen unerlaubten Waffenbesitzes vorübergehend festgenommen worden war. In Deutschland fiel dann bei einem Abgleich der Fingerabdrücke auf, dass Franco A. ein Doppelleben als falscher "syrischer Flüchtling" führte. Er steht im Verdacht, gemeinsam mit einem weiteren Soldaten und einem Studenten aus Offenbach Anschläge auf Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geplant zu haben.

Die Vorgesetzten von Franco A. hatten den MAD 2014 nicht über eine von ihm verfasste Abschlussarbeit hingewiesen, obwohl diese nach Einschätzung eines Gutachters rechtsextreme Ideen enthielt.

Weiterer Soldat wegen rechtsextremer Aussagen suspendiert

Im Zusammenhang mit dem Fall hat die deutsche Bundeswehr einen Offizier in Augustdorf wegen rechtsextremer Äußerungen vom Dienst suspendiert. Gegen den Oberleutnant sei ein Uniformtrageverbot verhängt worden, bestätigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, am Freitag einen Bericht des "Spiegel".

Demnach soll Ralf G. in seiner Kaserne rechtsextreme Äußerungen getätigt und auch einen Hinweis auf die rechtsextreme Gruppe um den Ende April wegen des Verdachts auf Anschlagsplanungen verhafteten Franco A. gegeben haben. In der Kaserne im elsässischen Illkirch gebe es "eine Gruppe gewaltbereiter Offiziere, die Waffen und Munition sammeln, um im Falle eines Bürgerkriegs auf der richtigen Seite zu kämpfen", habe G. laut der Aussage eines Kameraden gesagt. In Illkirch waren auch Franco A. sowie der vor einigen Tagen ebenfalls verhaftete Maximilian T. stationiert.