Symbolbild

© REUTERS/STRINGER

IS-Terror
11/04/2014

Deutscher Islamist in Enthauptungsvideo zu sehen

Denis Cuspert spricht im Video von "Todesstrafe". Die Echtheit des Films ist nicht bestätigt.

Der frühere Berliner Rapper und Radikalislamist Denis Cuspert ist in einem mutmaßlichen Enthauptungsvideo der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu sehen. Ein am Dienstagabend im Internet aufgetauchtes Video zeigt Cuspert gemeinsam mit anderen IS-Kämpfern, die mehrere Männer umbringen. Es ist nicht zu erkennen, ob Cuspert selbst Opfer tötete. Er hält aber einen abgeschnittenen Kopf in der Hand.

Die Echtheit des Films konnte zunächst nicht bestätigt werden. In dem Video ist zu sehen, wie mindestens ein Mann erschossen und einem weiteren der Kopf abgeschnitten wird. Insgesamt sind drei Tote erkennbar. Cuspert sagt in deutscher Sprache, es habe sich um Gegner des IS gehandelt. "Deshalb haben sie die Todesstrafe bekommen". Ein weiterer Mann sagt auf Arabisch, es handle sich um Mitglieder des syrischen Al-Shaitat-Stammes.

Verbindung nach Österreich

Der 39-jährige Cuspert ist mit seiner Mutter und seinem Stiefvater, einem US-Soldaten, als Sohn eines Ghanaers in Berlins sozialen Brennpunkten aufgewachsen. Als Jugendlicher saß er mehrere Haftstrafen ab. 2002 begann Cuspert als "Deso Dogg" zu rappen. Wenige Jahre später konvertierte er zum Islam. 2010 beendete er seine Musikkarriere, um als Prediger durchs Land zu touren. In Kampfliedern sang er u.a. "Scheich Osama, der schönste Märtyrer dieser Zeit". Mit dem österreichischen Dschihadisten Mohamed M. gründete Cuspert 2011 die später verbotene Gruppierung "Millatu Ibrahim". Er hatte auch Kontakt zum deutschen Hassprediger Pierre Vogel, der immer wieder die Nähe zu Rappern sucht.

Nach einem Haftbefehl verließ Cuspert 2012 seine schwangere Freundin und reiste nach Syrien, wo er sich schließlich dem IS anschloss. Mittlerweile gilt Abu Talha al-Almani, so sein Kampfname, als treibende Kraft des "Al Hayat Media Centers", verantwortlich für die Propaganda des IS.

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