Politik | Ausland
03.04.2017

Deutsche Diplomaten erhalten Zugang zu Yücel

Sieben Wochen nach der umstrittenen Festnahme des deutsch-türkischen Journalisten, darf Generalkonsul Birgelen Yücel nun erstmals besuchen.

Lange hat es gedauert, nun kann die deutsche Regierung endlich Fortschritte im Fall Deniz Yücel vorweisen. Rund sieben Wochen nach der umstrittenen Festnahme des deutsch-türkischen Journalisten gestattet die Türkei deutschen Diplomaten erstmals Zugang zu dem Inhaftierten. Generalkonsul Georg Birgelen soll den 43-jährigen Welt-Korrespondenten am Dienstag im Gefängnis besuchen.

Yücel ist seit fünf Wochen in der Haftanstalt Silivri westlich von Istanbul inhaftiert. Zuvor war er bereits zwei Wochen in Polizeigewahrsam. Die türkischen Behörden hatten dem Auswärtigen Amt am Montag mitgeteilt, dass Yücel ab sofort von der Botschaft betreut werden dürfe. Deutsche Diplomaten hatten bisher keinerlei Zugang zu ihm. Dem Journalisten werden Volksverhetzung sowie Terrorpropaganda für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die von Ankara geächtete Gülen-Bewegung vorgeworfen. Ankara macht die Gülen-Bewegung für den gescheiterten Putsch im Juli 2016 verantwortlich.

Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei kommt am Dienstag auch Staatsminister Michael Roth aus dem Auswärtigen Amt nach Istanbul. Nach dem Besuch Birgelens bei Yücel ist ein Pressegespräch mit Roth im Generalkonsulat geplant. Roth hielt sich am Montag zu politischen Gesprächen in Ankara auf.