Wang Yis Rede wurde für Journalisten auf Bildschirm übertragen

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Ausland
05/24/2020

China offen für Untersuchung, wo der Ursprung des Virus ist

Unter bestimmten Bedingungen sei China bereit, bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus mit internationalen Ermittlern zusammenzuarbeiten. Die Untersuchung müsse allerdings "frei von politischer Einmischung" sein.

von Ida Metzger


Es kommt Bewegung in der Erforschung des CoronavirusChina ist nach den Worten seines Außenministers bereit, bei der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus mit internationalen Ermittlern zusammenzuarbeiten. Die Untersuchung müsse allerdings "frei von politischer Einmischung" sein, sagte Außenminister Wang Yi am Sonntag in Peking. Vorwürfe Washingtons, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan, wies Wang erneut scharf zurück. Er warf den USA vor, Gerüchte über den Ursprung des Virus zu verbreiten, um China zu "stigmatisieren". 

 

"China ist selbst Opfer“

Gerichtliche Klagen in den USA und Forderungen nach etwaiger Entschädigung durch China seien irrwitzig und hätten keinerlei rechtliche Grundlage. Die Lungenkrankheit Covid-19 habe die Welt überrascht. China sei wie andere Länder selbst ein "Opfer", sagte der Außenminister. Es habe umgehend und verantwortlich auf die Verbreitung des SARS-CoV-2-Erregers reagiert und schnell Informationen geteilt. Auch sei das Genmaterial des Virus entschlüsselt und rasch anderen Ländern zur Verfügung gestellt worden.

Auf Forderungen nach einer internationalen Untersuchung sagte Wang, der Ursprung des Virus müsse von Wissenschaftern und medizinischen Experten erforscht werden. China stehe einer solchen Untersuchung der wissenschaftlichen Gemeinschaft offen gegenüber. Sie dürfe aber nicht politisiert werden, sondern müsse professionell und unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgen. Auch müsse die Untersuchung "unparteiisch" sein.

Unter Hinweis auf US-amerikanische Politiker, die von einem "chinesischen Virus" sprechen, sagte Wang, damit werde China "stigmatisiert". Die wissenschaftliche Untersuchung dürfe nicht "unter der Annahme von Schuld" erfolgen. Auch müsse sie sich auf alle Länder erstrecken. Die Rolle der WHO dürfen nicht untergraben werden. Sie habe "gute Arbeit geleistet".

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WHO-Expertenteam soll untersuchen

US-Präsident Donald Trump hatte die WHO als zu China-freundlich angegriffen und droht ihr damit, die finanzielle Unterstützung langfristig zu streichen. Ohne konkret auf die hohe Zahl der Opfer der Pandemie in den USA einzugehen, sagte der chinesische Außenminister, jene, die nicht auf den Rat der WHO hörten, "zahlen einen hohen Preis".

Die USA und andere Staaten fordern seit längerem von Peking mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation beschlossen jüngst eine unabhängige Untersuchung zur Reaktion auf die Pandemie. Zuvor hatte China zugesagt, eine von der WHO geleitete Untersuchung zu unterstützen. Zur Entsendung eines WHO-Expertenteams nach Wuhan erklärte China, dies könne erst erfolgen, wenn das Virus "endgültig besiegt" sei.

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