Hillary: Comeback im Jahr 2016?

U.S. Secretary of State Clinton listens to U.S. Pr
Foto: Reuters/KEVIN LAMARQUE US-Präsident Obama bringt Hillary Clinton als seine Nachfolgerin ins Gespräch.

In einem gemeinsamen Interview lobten sich die ehemaligen Rivalen gegenseitig. Der Auftritt war ein Werbespot für Clintons mögliche Präsidentschaftskandidatur 2016.

Einst verband sie eine verbitterte Feindschaft, nun streuen sich US-Präsident Barack Obama und die scheidende Außenministerin Hillary Clinton gegenseitig Rosen: Clinton werde als eine der besten Außenministerin des Landes in die Geschichte eingehen, sagte Obama in einem gemeinsamen Interview in der CBS-Sendung "60 Minutes". "Es war eine tolle Zusammenarbeit die letzten vier Jahre. Ich werde sie vermissen." Der Präsident betonte, er würde sich wünschen, dass sie weiter macht. "Ich will, dass das Land würdigt, welch außergewöhnliche Rolle sie während meiner Regierungszeit gespielt hat und wie viele Erfolge wir international wegen ihrer harten Arbeit hatten."

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie - eines aber ist gewiss: Zu Hillary Clinton hat fast jeder eine Meinung.
  Die ehemalige Außenministeri spaltet die Gemüter, wo immer sie auftaucht und das dürfte auch in Zukunft der Fall sein. Nachdem Hillary Clinton Jahrzehnte lang Seite an Seite mit ihrem Mann für dessen Karriere gekämpft hat, begann die Juristin 2000 mit dem Senatswahlkampf, ihren eigenen politischen Traum zu verfolgen. Clinton war die erste Präsidentengattin der Geschichte der USA, die in den Kongress einzog. Nun könnte sie auch die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden. Hillary Rodham wurde am 26. Oktober 1947 als Tochter eines wohlhabenden Industriellen in Park Ridge bei Chicago geboren. Ihre politische Karriere begann sie im aus heutiger Sicht gegnerischen Lager, 1964 als Wahlkampfhelferin für den Republikaner Barry Goldwater. Rodham studierte Jus an der Yale-Universität, wo sie einem Mitstudenten aus Arkansas begegnete, Bill Clinton. 1975 heiratete das Paar. Nach der Hochzeit sorgte die äußerst erfolgreiche Anwältin zunächst allein für den Lebensunterhalt von Tochter Chelsea und Ehemann Bill, der in dieser Zeit seine politische Laufbahn plante. Als Clintons Karriere 1992 mit seiner Wahl zum Präsidenten den Höhepunkt erreichte, machte sich Hillary Clinton mit ihrem energischen Auftreten von Anfang an Feinde. Kritiker sprachen nach kurzer Zeit von der "Doppel-Präsidentschaft" des Ehepaars Clinton. Hillary Clinton machte es ihren Gegnern leicht, indem sie verkündete, sie werde nicht daheim bleiben und Kekse backen. Ein weiterer Stolperstein waren ihre Bemühungen um eine Gesundheitsreform in den USA, die später scheiterten - nicht zuletzt, weil Hillary Clinton nicht willens war, mit dem Establishment in Washington Kompromisse einzugehen.
  Ironischerweise war es ausgerechnet die Affäre des Präsidenten mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky, die Clinton und ihrer würdevollen Haltung während der politischen Schlammschlacht Sympathien einbrachte. Obama hält große Stücke auf seine ehemalige Außenministerin  - und vielleicht auch die nächste Präsidentin der USA.

Comeback 2016?

Clinton selbst hält sich die Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für das Jahr 2016 noch offen. "Ich kann keine Voraussage machen, was morgen oder nächstes Jahr passiert", sagte Clinton. Zugleich betonte die 65-Jährige, die in wenigen Tagen ihr Amt aufgibt, es liege ihr weiter sehr am Herzen, "was in Zukunft mit unserem Land geschieht". Vergangenen Juli, als sie ihren Rückzug bereits angekündigt hatte, klang das noch anders:  "Ich freue mich darauf, bis zum Ende meiner Zeit als Außenministerin so hart zu arbeiten wie ich kann", wurde sie in der Washington Post zitiert. "Und dann werde ich mich darauf freuen, etwas Zeit zu haben, um mich zu sammeln und gewöhnliche Dinge zu tun." 

Clinton will sich eigenen Angaben zufolge nach vier intensiven Jahren im Amt aus der Politik zurückziehen. Es wird aber seit langem spekuliert, dass sie sich um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei für die Wahl 2016 bewerben könnte. Nach Obamas Lobrede bei "60 Minutes" werden diese Spekulationen nun noch weiter angeheizt. In einer Umfrage kam sie vergangene Woche auf eine Zustimmung von 65 Prozent. Die Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton hatte 2008 das Rennen um die Kandidatur der Demokraten für das Weiße Haus gegen Obama verloren. Nach zwei Amtszeiten darf er nicht mehr antreten.

(APA/AFP / jt,la) Erstellt am
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