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Politik Ausland
04/15/2021

CDU-Spitzenpolitiker fällt Laschet in den Rücken: "Beliebtheit zählt

Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt meint: "Es geht um die Frage: Mit wem haben wir die besten Chancen?"

von Konrad Kramar

Im Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder um die Wahl des deutschen Kanzlerkandidaten fordert Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eine Entscheidung entlang der Popularitätswerte. „Leider geht es jetzt nur um die harte Machtfrage: Mit wem haben wir die besten Chancen?“, sagte Haseloff dem „Spiegel“.

CDU-Präsidiumsmitglied Haseloff ist der erste Ministerpräsident seiner Partei, der sich in diese Richtung äußert.

"Es geht nicht um Sympathie"


Dabei gehe es nicht um persönliche Sympathie, Vertrauen oder Charaktereigenschaften, so Haseloff in der Vorabmeldung des „Spiegels“. Aber „es hilft nichts, wenn jemand nach allgemeiner Überzeugung absolut kanzlerfähig ist, aber dieses Amt nicht erreicht, weil die Wählerinnen und Wähler ihn nicht lassen.“

Zünglein an der Waage


Zugleich betonte er die Bedeutung des Kanzlerkandidaten auch für die anstehenden Wahlen in seinem Bundesland. „Ich habe bei unserer letzten Landtagswahl die Erfahrung gemacht, dass bei Direktmandaten manchmal Bruchteile von Prozentwerten über politische Existenzen entscheiden können“, sagte der Christdemokrat. Bei aller Anstrengung im Land könne nun einmal der Bundestrend das Zünglein an der Waage sein. „Man kann mit erhobenem Haupt und wehender Fahne für eine gute und richtige Position sein, aber trotzdem in der Opposition landen.“

"Wir müssen abstimmen"

In der CDU wird zudem der Ruf lauter, die Frage der Kanzlerkandidaten notfalls in der Fraktion zu entscheiden. „Wenn sich Armin Laschet und Markus Söder bis zum Wochenende nicht über die Kanzlerkandidatur einigen, müssen wir in der Fraktionssitzung am Dienstag darüber abstimmen“, fordert der Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß. Die Bundestagsfraktion sei „das einzige gemeinsame Gremium von CDU und CSU“.
Günter Krings, Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, warnt dagegen davor, den Abgeordneten die entscheidende Abstimmung zu überlassen: „Es gibt eine klare Rollenverteilung zwischen Fraktion und Parteien“, so Krings. „Das Aufstellen des Kandidaten und die Formulierung des Wahlprogramms sind eindeutig Sache der Parteien, nicht der Bundestagsfraktion.“

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