Politik | Ausland
16.10.2017

Cap wohl weg, Lopatka bleibt drin

Etliche rote Partei-Promis haben den Einzug in den Nationalrat verpasst. Ein Überblick, wer scheiterte und wer doch noch einzieht.

Vor 34 Jahren zog Josef Cap über Vorzugsstimmen ins Parlament ein – heuer bleibt dies dem längstdienenden SPÖ-Abgeordneten offenbar verwehrt. Noch liegen die genauen Ergebnisse zwar nicht vor, aus SPÖ-Kreisen heißt es jedoch: Für Cap wird es sich nicht ausgehen, ihm fehlen noch Hunderte Vorzugsstimmen, um seine SPÖ-Kontrahentin Nurten Yilmaz im Wahlkreis Wien-Nordwest auszustechen. Ein zweites SPÖ-Mandat in diesem Wahlkreis dürfte es nicht geben. Kurzum: Der 65-Jährige muss sich damit wohl aus dem Parlament verabschieden.

Der einzige Prominente, den dieses Schicksal ereilt, ist Cap nicht: Christoph Matznetter, der nach dem Auffliegen der Silberstein-Causa und dem Rücktritt Georg Niedermühlbichlers interimistisch die SPÖ-Geschäftsführung übernahm, wird nicht im nächsten Nationalrat vertreten sein. Auch getroffen hat es die rote Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann – der Grund: In der Steiermark gab es für die SPÖ kein Mandat über die Landesliste, sondern lediglich über Regionalwahlkreise. In der Steiermark auf der Strecke geblieben ist auch Ex-Verteidigungsminister Gerald Klug. Neben Julia Herr, Chefin der Sozialistischen Jugend, verpasst eine weitere Vertreterin einer roten Jugendorganisation den Gang ins Parlament: Katharina Kucharowits, Chefin der Jungen Generation, muss sich aus dem Hohen Haus verabschieden. Eng wird es indes für Ex-Bundesrats-Präsidenten Mario Lindner: Verzichtet niemand – etwa Niedermühlbichler – auf sein Mandat, wird es sich für ihn nicht ausgehen. Definitiv am Einzug gescheitert ist die vor allem aus ihrer OSZE-Tätigkeit bekannte Kärntner Abgeordnete Christine Muttonen.

Fix dabei ist indes Reinhold Lopatka, auf dem Papier immer noch Klubobmann der ÖVP. Seinen Wahlkreis Herausforderer ließ Lopatka klar hinter sich; mehr als 4.000 Wähler gaben ihm eine Vorzugsstimme.

Auch ein Wackelkandidat bei den Schwarzen war der Zweite Nationalratspräsident Karl-Heinz Kopf – dieser allerdings zog über seinen Vorarlberger Wahlkreis ein und kündigte bereits an, erneut als Nationalratspräsident zur Verfügung zu stehen. Nach vier Jahren der Absenz im Hohen Haus wiedergekehrt ist unterdessen Martin Graf. Der streitbare Blaue, einst Dritter Nationalratspräsident, wird wieder dem FPÖ-Parlamentsklub angehören. Neu im Hohen Haus ist die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek. Der Plan der 25-Jährigen sieht allerdings vor, zur Landtagswahl im kommenden Jahr wieder in ihre Heimat zurückzukehren und das Bundesmandat zurückzulegen. Skurril: Ihr Parteikollege Robert Lugar gehört nach BZÖ und Team Stronach künftig bereits seinem dritten Parlamentsklub an. Womöglich doch nicht in den Nationalrat einziehen wird indes Neos-Vizechefin Beate Mein-Reisinger: Parteikreisen zufolge ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie auf das Mandat verzichtet und im Wiener Gemeinderat bleibt.