Wahlkampf-Einsatz für den Bruder: Ex-Präsident Bush

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USA

Die heiteren Wahlmärchen der Gebrüder Bush

US-Vorwahlkampf.Ex-Präsident George W. Bush versucht, seinen Bruder vor dem endgültigen Aus zu retten.

von Dirk Hautkapp

02/17/2016, 06:00 AM

Kann man sich in letzter Minute Charisma und Autorität leihen? Am Samstag weiß man mehr. Wenn der republikanische Präsidentschaftskandidat Jeb Bush bei den Vorwahlen im Südstaat South Carolina untergehen sollte, was Umfragen nahelegen, dann ist nicht nur eine der ungewöhnlichsten Rettungsaktionen in der US-Politik gescheitert. Es wäre auch das wahrscheinliche Ende einer Dynastie.

Zugetragen hat sich die "Aktion Sorgenbruder" am Montagabend in North Charleston. Vor den Kameras vieler Fernsehsender bemühte sich George W. Bush, 43. Präsident der USA, den bis zur Dach-Reling im Schlamm steckenden Wahlkampf-Karren seines Bruders Jeb wieder auf die Straße zu bringen.Obwohl mit dem meisten Spendengeld und dem schlagkräftigsten Kampagnen-Apparat ausgestattet, dümpelt der 63-jährige ehemalige Gouverneur Floridas im Schönheitswettbewerb um das Bewerberticket für das Weiße Haus meilenweit hinter den Populisten Donald Trump, Ted Cruz und Marco Rubio hinterher.

Ohne ein gutes Ergebnis in South Carolina (mindestens Platz 3) gilt wohl das, was die Zeitung Boston Globe über den Bush-Wahlkampf bereits vor Tagen schrieb: Er ist dem Tod so nahe, "dass man ihm getrost ein Schild an den Zeh hängen kann".

Autorität und Witz

George W. Bush, seit der Schlüsselübergabe an Barack Obama im Januar 2009 als "homo politicus" vollständig abgetaucht, hat sich auf das besonnen, was seinem oft steif und unbeholfen auftretenden Bruder abgeht: natürliche Autorität und angeborener Schalk.

Er sei ja bekanntlich unter die "Öl-Maler" gegangen, sagte der 69-Jährige, der mit seinem vollen Haar und dem lässigen Jackett wie ein in sich ruhender Rentner wirkt, aber natürlich wisse er, dass die Signatur am Bildrand entschieden "mehr wert ist als das Gemälde an sich".

Er verstehe, dass die Amerikaner wütend und frustriert sind, "aber wir brauchen im Oval Office keinen, der Wut und Frustration spiegelt und anheizt", sagt der Mann, der Amerika den Irak-Krieg gebracht hat, "wir brauchen jemanden, der die Probleme löst, die Wut und Frustration ausgelöst haben – und das ist Jeb Bush."

Angriffsflächen

Trump, Cruz und die anderen Widersacher, die vor den Wahlen in South Carolina in Meinungsumfragen teilweise mit 25 Prozent vor Jeb Bush liegen, haben den Auftritt der Gebrüder B. mit Genugtuung registriert. Er bietet ihnen Angriffsflächen, die in Wählerschichten wirken könnten, die George W. Bush bis heute für einen historischen Fehlgriff halten.

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