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Nach Skandal und Sozialabbau: Britischer Premier Starmer tritt zurück

Starmer kämpft zwei Jahre nach seinem Wahlsieg mit historisch schlechten Umfragewerten: Harte Sozialreformen und Skandale haben ihm schwer zugesetzt.
BRITAIN-POLITICS

Der britische Premierminister Keir Starmer hat am Montag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Labour-Politiker kämpfte zuletzt mit historisch schlechten Umfragewerten nach schweren Verlusten bei den Kommunalwahlen im Mai und dem Rücktritt führender Kabinettsmitglieder aus Protest gegen seinen Führungsstil. Starmer hatte nach einem triumphalen Wahlsieg im Jahr 2024 die konservativen Tories nach mehr als zehn Jahren an der Regierung abgelöst.

Schnell abgestürzt

Doch die Erfolgskurve des als gemäßigt und pro-europäisch geltenden Labour-Politikers zeigte rasch steil nach unten. Harte Kürzungen, vor allem im sozialen Bereich etwa bei Zuschüssen fürs Heizen, machten ihn bei der Labour-Kernwählerschaft unbeliebt. Dazu kam ein Skandal rund um den ehemaligen Labour-Chefstrategen Peter Mandelson. Der war in die Affäre rund um Jeffrey Epstein verwickelt, trotzdem deckte Starmer den Vertrauten bis zuletzt und ließ auch belastende Akten unter Verschluss halten.

Seit Monaten stand Starmer, der auch gegen die rechtspopulistische "Reform UK"-Bewegung von Nigel Farage immer mehr ins Hintertreffen geriet, bereits auf der Abschussliste vieler einflussreicher Parteikollegen. Niederlagen bei Lokalwahlen beschleunigten den Absturz. Am Freitag gewann außerdem sein parteiinterner Rivale Andy Burnham, Bürgermeister von Manchester, einen Sitz im Parlament, was diesem eine formale Kandidatur für den Parteivorsitz ermöglicht. Damit dürfte der Weg von Burnham an die Parteispitze und auch in die Downing Street offen stehen.

Dort aber bleibt dem nächsten Labour-Premier nur noch wenig Zeit, um seine Regierung und Partei auf die nächsten Parlamentswahlen vorzubereiten. Die sind zwar erst für 2029 anberaumt, dürften aber voraussichtlich weit früher stattfinden.

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