Politik | Ausland
10.01.2018

Botschaftsasyl für Assange: Ecuador will Vermittlung

Außenministerin Espinosa: Stehen in "ständigem Kontakt" mit britischer Regierung.

Die ecuadorianische Regierung strebt ein Vermittlungsverfahren an, um das seit 2012 bestehende Botschaftsasyl für den WikiLeaks-Gründer Julian Assange in London zu beenden. Außenministerin Maria Fernanda Espinosa betonte in Quito, man stehe deswegen in "ständigem Kontakt" mit der britischen Regierung. Diese will den Australier Assange bei einem Verlassen der Botschaft festnehmen lassen.

"Wir haben ein enormes Interesse, eine endgültige Lösung für den Fall Assange zu erreichen", sagte Espinosa. Die Vermittlung könne über eine Person oder ein Drittland geschehen. Assange war von dem linksgerichteten Präsidenten Rafael Correa das Asyl aus humanitären Gründen gewährt worden. Correas Amtsnachfolger Lenin Moreno strebt nun ein Ende des Asyls an.

Britische Behörden wollen Assange festnehmen

Ein Sprecher des britischen Außenministeriums betonte nach Angaben der Nachrichtenagentur PA, dass die ecuadorianische Regierung wisse, dass es für Assange (46) nur die Lösung gebe, sich beim Verlassen der Botschaft der Justiz zu stellen. Zunächst hatte er in der Botschaft Schutz vor einer Auslieferung nach Schweden gesucht. Die schwedische Justiz hatte ihre Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen dann im Mai 2017 eingestellt. Die britischen Behörden erklärten aber, dass sie ihn wegen anderer Vergehen im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen brisanter Dokumente trotzdem festnehmen würden.

Assange hatte stets erklärt, er befürchte am Ende eine Auslieferung in die USA. Washington macht ihn für die Veröffentlichung von geheimen US-Dokumenten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die Plattform WikiLeaks verantwortlich.