Politik | Ausland
07.04.2017

Bombenexplosionen erschütterten Thailands Süden

Verletzt wurde niemand, vermutet wird ein Racheakt von Rebellen.

Mehr als 20 zeitgleiche Bombenexplosionen und Brandanschläge haben am Freitag den Süden Thailands erschüttert. Die nächtlichen Anschläge führten zu massiven Stromausfällen in der muslimisch geprägten Region, es gab aber keine Opfer, wie die Armee mitteilte. Mehr als 50 Strommasten seien von Explosionen getroffen worden, außerdem seien Reifen angezündet worden.

Armeesprecher Pramote Prom-in sprach von insgesamt 23 Anschlägen in mehreren Provinzen. Die Grenzprovinzen in Thailands Süden werden seit mehr als einem Jahrzehnt von Gewalt erschüttert. Die muslimische Minderheit der Malay kämpft dort gegen die Armee, um mehr Autonomie von dem buddhistisch geprägten Staat zu erreichen. Seit dem Jahr 2004 wurden in dem Konflikt mehr als 6.800 Menschen getötet, die meisten davon Zivilisten.

Am Donnerstag hatte Thailands König Maha Vajiralongkorn die neue Verfassung unterzeichnet, die im Süden des Landes von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird. Die Verfassung schränkt die Kompetenzen des Parlaments ein und festigt die Macht der Militärjunta auch über die für Ende 2018 geplanten Wahlen hinaus.

Allerdings sagte der Experte Don Pathan, die Anschläge vom Freitag hätten vermutlich nichts mit der Verfassung zu tun, sondern seien die Rache für die Tötung zweier Rebellen durch Sicherheitskräfte Ende März. Seit dem Vorfall habe es eine Zunahme der Gewalt gegeben.