Gambaru in Nigeria - die Stadt wurde Opfer von Boko Haram.

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Boko-Haram-Terror
01/09/2015

Nigeria: Öl-Land am Rande des Kollapses

Radikal-Islamisten ziehen vor Präsidentenwahl Blutspur mit Hunderten Toten.

Das bevölkerungsreichste Land Afrikas, zugleich einer der weltweit größten Erdöl-Produzenten, droht auseinander zu brechen. Der Grund: In den vergangenen Tagen haben die Radikal-Islamisten der Terrorgruppe Boko Haram eine neue Offensive im Nordosten gestartet.

Dabei haben sie ein Dutzend Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und die Stadt Baga im Bundesstaat Borno eingenommen. Laut Medienberichten wurden bis zu 2000 Menschen getötet, Regierungsvertreter sprechen von Hunderten Opfern.

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz nannte die Angriffe "unglaubliche Akte der Barbarei" und forderte ein "entschlossenes, weltweites Vorgehen" gegen den Dschihadismus.

Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind nach den jüngsten Bluttaten 7300 Nigerianer ins Nachbarland Tschad geflohen. Insgesamt seien 650.000 Menschen vor dem Boko-Haram-Terror in andere Landesteile geflüchtet, Zehntausende hätten sich in Nachbarländern in Sicherheit gebracht.

In der Region funktionieren die Telefonverbindungen nur noch sehr eingeschränkt, deswegen ist es schwierig exakte Informationen zu erhalten. Die Regierung hat jedenfalls angekündigt, die von Boko Haram überrannten Gebiete wieder zurückerobern zu wollen. Ziel der Islamisten ist es, in Nordnigeria, Teilen Kameruns und des Tschads einen islamischen Gottesstaat zu errichten.

Der neue Dschihadisten-Vorstoß trifft Nigeria zu einem heiklen Zeitpunkt. Am 14. Februar stehen Präsidentenwahlen an. Staatschef Goodluck Jonathan, der aus dem mehrheitlich christlichen Süden stammt, bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Sein schärfster Rivale: Muhammadu Buhari, er kommt aus dem muslimisch dominierten Norden.

Sollten beide Seiten den Wahlsieg für sich reklamieren, warnt der Thinktank "International Crisis Group", könnte es zu Ausschreitungen zwischen den beiden Religionsgruppen kommen. Zudem könnte Boko Haram die instabile Lage nützen, sein Territorium weiter zu vergrößern.

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