Politik | Ausland 05.12.2011

Blair half Gaddafis Sohn bei Doktorarbeit

© Bild: epa

Unter den in Tripolis sichergestellten Unterlagen fanden sich auch Berichte über den Lockerbie-Bomber und dessen Begnadigung.

Unter den Dokumenten, die in der verlassenen britischen Botschaft in Tripolis gefunden worden sind, befindet sich laut Sunday Times auch ein Brief des früheren britischen Premierministers Tony Blair an den Gaddafi-Sohn Saif al-Islam aus dem Jahr 2007. Darin habe Blair diesem bei dessen Doktorarbeit geholfen. Der Brief beginne mit den Worten "Lieber Ingenieur Saif" und sei unterzeichnet mit "die besten Wünsche, hochachtungsvoll, Tony Blair". Blair gibt darin Beispiele für das Potential bei der Zusammenarbeit zwischen Regierung, Gesellschaft und Wirtschaft. Auch die Daliy Mail scheint Zugriff auf die Unterlagen zu haben. Demnach soll die frühere Labour-Regierung schon seit Jahren versucht haben ein gutes Verhältnis zu Gaddafi aufzubauen.

Lockerbie

Das Boulevardblatt gab außerdem an, Papiere gesehen zu haben, aus denen klar werde, dass Libyen Großbritannien unter großen Druck gesetzt habe, den Lockerbie-Bomber Abdel Bassit al-Megrahi freizulassen. Das Regime habe mit "schrecklichen Konsequenzen" für die britisch-libyschen Beziehungen gedroht. Der Libyer ist als einziger für das Attentat auf ein US-Passagierflugzeug über dem schottischen Ort Lockerbie 1988 verurteilt worden. Bei dem Attentat starben 270 Menschen. Er war vor rund zwei Jahren wegen einer Krebserkrankung begnadigt worden.

Zusammenarbeit mit dem Westen

Die New York Times hatte bereits am Samstag über Dokumente aus einer Geheimdienstzentrale in Tripolis berichtet, die zeigten, dass der US-Geheimdienst CIA und der britische Auslandsgeheimdienst MI-6 eng mit Gaddafis Regime zusammengearbeitet haben sollen. Der britische Außenminister William Hague hatte betont, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Geheimdienstfragen.

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Erstellt am 05.12.2011