Politik | Ausland
09.12.2017

Besuch boykottiert: Bürgerrechtler lassen Trump abblitzen

US-Präsident Trump besuchte neues Bürgerrechtsmuseum in Mississippi, sprach aber nicht öffentlich. Bürgerrechtler wehrten sich gegen die Vereinnahmung durch den Präsidenten, der die Ideale der Bewegung zu oft verhöhnt habe.

Begleitet von Kontroversen hat US-Präsident Donald Trump am Samstag ein neues Bürgerrechtsmuseum in Jackson im Bundesstaat Mississippi besucht. Er kam am Eröffnungstag, sprach aber nicht bei der öffentlichen Einweihungszeremonie, sondern davor auf einer privaten Veranstaltung.

Namhafte Bürgerrechtler wie der Kongressabgeordnete John Lewis hatten zuvor mitgeteilt, dass sie Trumps Auftritt fernbleiben würden. Der Republikaner habe wiederholt mit seinen Äußerungen und Handlungen die Ideale der Bürgerrechtsbewegung verhöhnt, hieß es zur Begründung. Auch der Bürgermeister der Stadt, Chokwe Antar Lumumba, warf Trump Heuchelei vor und blieb fern. Die Schwarzenorganisation NAACP lud zu einer eigenen Veranstaltung ein.

Die Kritiker bezogen sich unter anderem auf Trumps Verharmlosung rechtsradikaler Gewalt bei einer Demonstration im Sommer in Charlottesville und seine Kampagne gegen Baseball-Stars, die beim Abspielen der Hymne knien, um gegen Diskriminierungen von Schwarzen zu protestieren. Der Präsident würdigte in seiner Rede die "Helden der Bürgerrechtsbewegung in Mississippi", ging aber nicht auf aktuelle Herausforderungen ein.