© Sandra Lumetsberger

Porträts
11/09/2019

Berliner Mauer: Wie geht es denen, die an der alten Grenze leben?

Sie ist nicht ganz verschwunden: Der KURIER traf Menschen, die dort wohnen, wo die Berliner Mauer einst für die Teilung Europas stand.

von Sandra Lumetsberger

War es ein Versprecher oder doch irgendwie geplant? Was der SED-Funktionär Günter Schabowski den Bürgern der DDR nach den anhaltenden Demonstrationen sagen wollte, führte am Ende zu viel mehr als neuen Reisebestimmungen: Noch am Abend des 9. Novembers 1989 liefen Tausende zu den Grenzen, die schließlich unter Druck geöffnet wurden.

Die Mauer ist an diesem Tag wortwörtlich nicht gefallen, aber es war der Anfang. Vereinzelt machten sich zwar Mauerspechte mit Pickel und Hammer ans Werk, doch es sollte dauern, bis die Wände großteils abgetragen wurden.

Wer heute durch Berlin oder entlang des ehemaligen Grenzverlaufs fährt, kann sie aber noch immer sehen: Grenzzäune, Wachtürme und Hinterlandmauern. Sie stehen mal an Häusern, in der Wiese oder in Begleitung von Gedenktafeln. Die KURIER-Redakteurin war mit dem Rad am Mauerweg unterwegs und hat Menschen getroffen, die heute an der alten Grenze leben; und mit ihnen darüber gesprochen, wie sie den Mauerfall erlebt haben und wie sie mit Ost-West-Konflikten und neuen Nachbarn umgehen.