Öffentliche Schulen klagen über eklatanten Lehrermangel

© EPA/Alba Vigaray

Politik Ausland
12/14/2021

Ausgebrannte Lehrer: In den USA schließen wieder Schulen

Pädagogen haben zu viel Stress und suchen besser bezahlte Jobs. Mehr als eine halbe Million Stellen sind unbesetzt.

von Susanne Bobek

Lockdowns sind in den USA eigentlich nicht mehr vorgesehen. Alles ist offen, Restaurants, Theater, Spielcasinos. Doch nun schließen viele Schulen wieder – und nicht etwa wegen des Coronavirus. Es heißt, die Lehrer seien ausgebrannt und bräuchten eine Verschnaufpause.

Allein im September kündigten 161.000 Pädagogen und suchten sich andere, besser bezahlte Jobs. Insgesamt sind an Amerikas Schulen nun 575.000 Stellen unbesetzt.

„Es kommt bei uns immer wieder vor, dass ein Lehrer gleich zwei Klassen betreut und zwischen den Räumen hin und her rennt“, sagen Schuldirektoren in Nevada. Es sei einfach nicht mehr genügend Personal da. In Detroit wurden Schulen zumindest einen Tag pro Woche auf Online-Unterricht umgestellt, in sechs weiteren Schulbezirken des Bundesstaates Michigan fällt der Unterricht an mehreren Tagen pro Monat ganz aus. Auch in den Bundesstaaten Utah, Virginia, Illinois und Washington sind viele Klassenräume jetzt wieder leer.

In Florida gab ein Landkreis allen Lehrern eine Woche mit der Begründung frei, dass es in diesem Jahr keine Schulschließungen aufgrund von Wirbelstürmen gab.

Die Eltern erhalten oft erst einen oder zwei Tage vor der Schulschließung oder Umstellung auf Online-Unterricht eine Mail oder eine Onlinebotschaft. Darin heißt es zum Beispiel: „Wir verstehen, dass das für Eltern belastend ist. Aber der Schritt ist eine Anerkennung für die Leistung unserer Lehrer.“ In Oregon wurde die Reynolds Middle School Mitte November gleich für drei Wochen geschlossen. Viele Kinder, schrieb der Direktor zwei Tage vorher an die Eltern, hätten nach Monaten des Lernens vor dem Bildschirm nun nicht mehr die „sozialen Fähigkeiten“ für den Klassenraum. Die Zahl der Wutausbrüche und Prügeleien sei explodiert.

Für viele Eltern ist die Umstellung auf Online-Unterricht eine Katastrophe, da die meisten nur zwei Wochen Urlaub haben. Und diejenigen, die es sich leisten können, geben ihre Kinder auf Privatschulen.

Die National Education Association, die größte US-Lehrergewerkschaft, schlägt Alarm und fordert höhere Gehälter sofort: „Es ist besser für Schüler und Eltern, mit den Unannehmlichkeiten zu leben, bevor das ganze System zusammenbricht.“

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