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Politik Ausland
10/13/2020

Auftritte im Eiltempo: Trump kämpft gegen fallende Umfragewerte

Präsident muss in Schlüsselstaaten wie Pennsylvania und Florida gewinnen, fällt aber in Umfragen immer weiter zurück,

Sie werden sehen, der Präsident wird Biden in der Schlussetappe niederringen.“ Trumps Wahlkampfberater geben sich gegenüber der Washington Post kämpferisch. Der Präsident, so wird betont, sei „stark, energiegeladen und entschlossen, loszulegen.“ Allzu viel Zeit zum Loslegen bleibt dem Titelverteidiger allerdings nicht mehr. Drei Wochen sind es noch bis zur Wahl und Trump muss zuschauen, wie - zumindest in den Meinungsumfragen - alles in die falsche Richtung läuft.

Kampf um die Industriestaaten im Nordosten

In USA-weiten Umfragen liegt Herausforderer Joe Biden ohnehin seit Monaten vorne, inzwischen mehr als zehn Prozent. Worauf Trump bisher hoffen konnte, waren die umkämpften „swing states“, jene Schlüsselstaaten im US-Wahlkampf, die nicht ohnehin in fixen Händen einer Partei und ihres Kandidaten sind. Trump gelang 2016 ein Wahlsieg, weil er in den abgewirtschafteten Industriestaaten des US-Nordostens punkten konnte. Dort gingen sämtliche „swing states“ von Ohio bis Wisconsin an ihn.

Ohne Florida geht es nicht

Lange Zeit lagen die beiden Kandidaten in diesen Staaten Kopf an Kopf, inzwischen aber hat Biden auch dort durchgehend einen soliden Vorsprung herausgearbeitet. Das gleiche gilt für die umkämpften Bundesstaaten im Süden, wie Florida oder North Carolina. Diese muss Trump gewinnen, um überhaupt eine Chance zu haben. Derzeit aber überall das gleiche Bild, wie US-Medien berichten, die „swing states“ folgen in den Umfragen inzwischen dem US-weiten Trend.

Schwere gesundheitliche Belastung

Trump setzt im Finale auf die gleiche Strategie wie 2016 - und die heißt schlicht: Auftritte, Auftritte, Auftritte. Bis zu drei Mal pro Tag soll der Präsident in den kommenden Wochen auf einer Bühne stehen. Für einen 74-Jährigen, der gerade noch wegen einer allen Indizien zufolge schweren Covid-Erkrankung Cortison verabreicht bekam, eine schwere Belastung.

Wie stabil Trumps Gesundheit tatsächlich ist, darüber herrscht weiterhin Unklarheit. Die Ärzte des Präsidenten erklären, dass dieser mehrfach negativ auf Corona getestet worden sei und keine Viren mehr von sich gebe.

Auf Tuchfühlung

Um Abstand zu seinem Team und den Fans bemüht sich Trump ohnehin demonstrativ nicht. Schon beim ersten großen Wahlkampfauftritt nach der Blitz-Genesung, am Montag in Florida, trugen viele der Anhänger, die auf die Bühne geholt wurden, keine Maske. Trump machte Scherze über Joe Bidens vergleichsweise kleine Auftritte, bei denen auf Abstand geachtet werde. Er würde ja „am liebsten alle Kerle umarmen und alle schönen Frauen hier küssen“, gab er sich trotz hörbar rauer Stimme locker.

Trumps Lieblings-TV-Sender Foxnews konzentriert sich unterdessen auf die vermeintliche Altersschwäche Joe Bidens, Zitate und kurze Ausschnitte aus Auftritten sollen, dass der Demokrat vergesslich und oft desorientiert sei. Im Duell des 74- gegen den 77-Jährigen geht es also derzeit vor allem um Gesundheit. Trump jedenfalls will demonstrieren, dass er auch ein Wahlkampf-Finale im Stakkato durchhält. „Er, persönlich ist die beste Waffe seiner Kampagne, setzt ein Berater auf eine hohe Dosis Trump, „genau die richtige aufputschende Spritze “.

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