Politik | Ausland
11.03.2018

Anschlagsserie in Deutschland: Drei Attacken am Wochenende

Seit Freitag gab es Anschläge auf drei türkische Eirichtungen in Deutschland. In der Nacht auf Sonntag wurden Brandsätze auf eine Moschee in Berlin und einen Verein in Meschede geworfen. In Meschede nahmen die Ermittler drei Tatverdächtige fest.

Erneut sind türkische Einrichtungen in Deutschland mit Brandsätzen attackiert worden: Nach dem Angriff auf eine Moschee im baden-württembergischen Lauffen am Neckar in der Nacht auf Freitag waren am Wochenende eine Moschee im Berliner Bezirk Reinickendorf sowie ein türkischer Kulturverein in Meschede in Nordrhein-Westfalen das Ziel von Anschlägen, wie die Polizei mitteilte.

In Berlin-Reinickendorf hörten nach Polizeiangaben Passanten am Sonntagmorgen gegen zwei Uhr ein Klirren und sahen drei Menschen weglaufen, die sie als Jugendliche beschrieben. Anschließend entdeckten die Zeugen eine eingeworfene Scheibe im Erdgeschoß eines Mehrfamilienhauses und ein Feuer in den Räumen des dortigen türkischen Moscheevereins, der zum Ditib-Verband gehört. Der Hauptraum brannte komplett aus, verletzt wurde niemand. Die Polizei ging von einer politisch motivierten Straftat aus, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Im Auto erwischt

In Nordrhein-Westfalen nahm die Polizei drei Tatverdächtige im Alter zwischen 26 und 30 Jahren fest. Sie sollen in Meschede mehrere Brandsätze gegen die Fassade eines Gebäudes geworfen haben, in dem sich ein türkisch-deutscher Freundschaftsverein befindet. Nach ersten Ermittlungen fing ein Brandsatz Feuer. Die Flammen konnten von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Verletzt wurde niemand.

Noch in Tatortnähe stoppte die Polizei ein Fahrzeug, in dem die drei Verdächtigen aus Meschede saßen. Das Trio wurde in Gewahrsam genommen. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg und der polizeiliche Staatsschutz des Polizeipräsidiums Dortmund übernahmen die Ermittlungen.

Mordversuch

Im Fall des Anschlags auf eine Moschee im baden-württembergischen Lauffen am Neckar gehen die Ermittler inzwischen von mindestens fünf Tätern aus. Unbekannte hatten in der Nacht auf Freitag ebenfalls mehrere Brandsätze, sogenannte Molotowcocktails, durch das Fenster der Moschee geworfen. In dem Gebäude kam es zu erheblichen Verrußungen, das aufflammende Feuer konnte gelöscht werden. Die Polizei ermittelt aber auch wegen versuchten Mordes, weil sich der Imam zur Tatzeit in dem betreffenden Raum aufhielt und schlief. Er blieb bei dem Anschlag unverletzt.

Die Hintergründe für die Taten sind derzeit noch unklar.