Andrew Burnham ist neuer britischer Premierminister
Andrew Burnham wurde am Montag zum neuen britischen Premierminister ernannt. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester wurde am Vormittag zunächst von König Charles III. empfangen und mit der Regierungsbildung beauftragt. Am frühen Nachmittag wird er an seinem neuen Amtssitz in der Downing Street eine Rede halten. Der 56-Jährige ist der siebente britische Premier binnen zehn Jahren.
Burnham folgt auf Keir Starmer, der im Juni infolge mehrerer politischer Fehlschläge seinen Rücktritt angekündigt hatte. Am Freitag war Burnham offiziell zum Vorsitzenden der Regierungspartei Labour ernannt worden. Er beschrieb sich in seiner Antrittsrede selbst als Mann der Basis. Er gilt als klassisch sozialdemokratischer, links der Mitte verorteter Labour-Politiker.
Burnham versprach, die Kontrolle über Wasser, Energie, Wohnungsbau und öffentliche Verkehrsmittel wieder stärker in die öffentliche Hand zu bringen und die in London konzentrierte politische und wirtschaftliche Macht in die Regionen zu verlagern. Eine Rückkehr in die Europäische Union scheint auch unter dem neuen Premier ausgeschlossen.
Auf Burnham warten große Herausforderungen
Burnham steht vor vielen der Probleme, die sein direkter Vorgänger Starmer nicht hatte lösen können. Die britische Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch verliert die Nation an Bedeutung, und die Bevölkerung leidet unter sozialer Ungleichheit und sehr greifbaren Faktoren wie Wohnungsnot und hohen Energiekosten. Erwartet werden schon für heute Ankündigungen zu Maßnahmen für mehr finanziellen Spielraum.
Die Gepflogenheiten in Westminster kennt Burnham ganz genau. Im Kabinett des damaligen Premierministers Gordon Brown war er in den 2000er-Jahren unter anderem Gesundheitsminister. In den Jahren 2010 und 2015 hatte er bereits zweimal erfolglos versucht, an die Spitze der Labour Party gewählt zu werden. Die Ernennung am Freitag erfolgte ohne Gegenkandidaten.
Starmers Abschiedsrede: Der Ex-Premier geht „stolz“
Keir Starmer wiederum zog zum Ende seiner zweijährigen Amtszeit als Regierungschef eine positive Bilanz. Beim Verlassen des Amtssitzes in der Downing Street 10 in London sagte Starmer am Montag vor Reportern, er sei überzeugt, dass Großbritannien heute „stärker und fairer“ sei als bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren.
Keir Starmer (li.) trat als Premierminister zurück.
Er gehe „mit einem Lächeln“ und sei „stolz auf alles, was wir erreicht haben“. Anschließend machte sich Starmer auf den Weg zum Buckingham-Palast, um bei König Charles seinen Rücktritt einzureichen.
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