Politik | Ausland
14.04.2017

US-Riesenbombe tötete 36 IS-Kämpfer in Afghanistan

Die größte nichtnukleare Bombe der USA wurde auf eine Region in Afghanistan geworfen, wo Höhlenverstecke des IS vermutet wurden.

Beim Abwurf der größten nicht-atomaren Bombe des US-Militärs in Afghanistan sind nach Behördenangaben mindestens 36 Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet worden. Wie das afghanische Verteidigungsministerium am Freitag mitteilte, wurden bei dem Angriff im Osten des Landes Verstecke der Islamisten sowie ein Tunnelkomplex zerstört. Es habe keine zivilen Opfer bei dem Bombenangriff vom Donnerstag gegeben. Ein Sprecher des Pentagons in Washington hat die Zahl von 36 Toten bei dem US-Bombenangriff voerst nicht bestätigen können.

Das US-Militär hat am Donnerstag erstmals die stärkste nicht-nukleare Bombe in der ost-afghanischen Provinz Nangarhar in einem Kampfeinsatz gezündet. Dort war am vergangenen Wochenende ein US-Soldat im Einsatz gegen die Dschihadisten getötet worden. Der Kommandant der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson, begründete den Einsatz der Mega-Bombe damit, dass die Dschihadisten als Reaktion auf ihre zunehmenden Verluste zuletzt ihre Verteidigungsstellungen mit Sprengsätzen, Bunkern und Tunneln ausgebaut hätten. US-Präsident Donald Trump sprach von einer "sehr, sehr erfolgreichen" Mission.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat Tote in den eigenen Reihen durch den Abwurf der Bombe bestritten. Es habe weder Verletzte noch Tote gegeben, teilte die IS-nahe Propaganda-Agentur Amaq am Freitag in sozialen Netzwerken mit.

Russland verfügt über eine noch größere Bombe

Die "Mutter aller Bomben" mit der Bezeichnung GBU-43B Massive Ordnance Air Blast Bomb sei von einem MC-130 Kampfbomber abgeworfen worden, teilte ein Pentagon-Sprecher mit. Die Bombe gilt mit nehr als 8000 Kilogramm Sprengstoff und elf Tonnen TNT-Äquivalent als größter konventioneller Sprengkörper der US-Streitkräfte. Er ist nach seiner Entwicklung 2003 bisher nach US-Medienberichten noch nie bei tatsächlichen Kampfhandlungen eingesetzt worden. Nur Russland verfügt über eine noch größere Bombe.

Nach dem Einsatz der stärksten nicht-nuklearen Bombe der USA hat der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, am Donnerstag betont, es seien Vorkehrungen getroffen worden, zivile Opfer möglichst zu vermeiden. Die Frage, ob US-Präsident Donald Trump den Abwurf persönlich angeordnet hat, wollte er nicht beantworten.

GBU-43 MOAB

Mit fast 8200 Kilogramm Sprengstoff ist die 2003 erstmals getestete "Superbombe" der größte konventionelle Sprengkörper der US-Streitkräfte. Die nun in Afghanistan eingesetzte Bombe GBU-43 - auch bekannt als MOAB (Massive Ordnance Air Blast) - übertrifft in ihrer verheerenden Wirkung bei weitem die BLU-82 "Daisy Cutter" ("Gänseblümchenschneider"), die eine Sprengkraft von etwa 5.700 Kilogramm hat.

Die mit ihrer Hülle insgesamt 9.500 Kilo schwere Bombe wird aus großer Höhe von einem Flugzeug abgeworfen. Während die "Daisy Cutter" an einem Fallschirm hinunterschwebt, wird die MOAB von Satelliten ins Ziel gesteuert, wo sie eine Fläche von mehreren Fußballfeldern verwüsten kann. Wie bei der bereits in Vietnam und in Afghanistan eingesetzten "Daisy Cutter" beruht die Wirkung darauf, dass die Explosion des Sprengstoffs eine gewaltige Druckwelle erzeugt.