Politik | Ausland
18.06.2017

Afghanistan: Sieben US-Soldaten bei "Insider-Attacke" verletzt

Zudem fünf Tote durch Taliban-Selbstmordanschlag auf Polizeihauptquartier im Osten des Landes.

Bei einer sogenannten Insider-Attacke eines afghanischen Soldaten sind am Samstag sieben US-Soldaten verletzt worden.

Der Vorfall ereignete sich im Lager Shaheen bei Masar-i-Sharif im Norden des Landes, wie die US-geführten NATO-Truppen in Afghanistan via Twitter mitteilten. Am Sonntag wurden bei einem Selbstmordattentat der Taliban auf ein Polizeihauptquartier im östlichen Gardes fünf Polizisten getötet.

"Sieben Soldaten verletzt, zur Behandlung evakuiert", hieß es in der Twitter-Botschaft der NATO-Truppen von Samstag. Ein afghanischer Soldat sei niedergeschossen, ein zweiter verletzt worden. Der Vorfall werde untersucht. Die radikalislamischen Taliban machten in einer Erklärung zu dem Angriff eines "patriotischen afghanischen Soldaten" keine Angaben dazu, ob sie selbst hinter der Tat steckten.

Sogenannte Insider-Attacken stellen die Sicherheitskräfte in Afghanistan vor große Probleme. Erst Mitte des Monats tötete ein afghanischer Soldat während eines gemeinsamen Militärmanövers im Osten des Landes drei US-Soldaten und verletzte einen weiteren. Im Februar eröffnete ein afghanischer Soldat in der Unruheprovinz Helmand in Südafghanistan das Feuer auf US-Soldaten und verletzte drei von ihnen. Im März wurden in der südlichen Provinz Sabul acht Polizisten von Kollegen erschossen.

Die Zahl der US-Streitkräfte in Afghanistan beläuft sich aktuell auf 8.400, hinzu kommen rund 5.000 Soldaten aus anderen NATO-Staaten. Medienberichten zufolge will das Pentagon die Entsendung von 3.000 bis 5.000 zusätzlichen US- und NATO-Soldaten beantragen.

Fünf Tote bei Taliban-Anschlag

An dem Taliban-Angriff in Gardes waren mindestens fünf Kämpfer der Organisation beteiligt. Einer von ihnen sprengte sich am Zugang zu dem Polizeihauptquartier in einem Auto in die Luft, um für die anderen den Weg freizumachen. Neun Polizisten und neun Zivilisten wurden verletzt.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid übernahm im Namen der Islamisten die Verantwortung für den Angriff.