Politik | Ausland
25.10.2017

Bundestag: AfD hält an Glaser fest

Der AfD-Kandidat für den Bundestagsvizepräsident scheiterte am ersten Sitzungstag in drei Wahlgängen. Die Partei will ihn noch einmal vorschlagen und seine Haltung zum Islam erklären.

Nach der Niederlage in der ersten Sitzung des Deutschen Bundestages unternimmt die AfD einen weiteren Anlauf, ihren umstrittenen Abgeordneten Albrecht Glaser zum Vizepräsidenten des Parlamentes wählen zu lassen. Man werde Glaser erneut vorschlagen, kündigte Co-Fraktionschef Alexander Gauland am Mittwoch in Berlin an.

Allerdings biete man an, dass Glaser seine Position zum Islam in den anderen Fraktionen erkläre und das Gespräch suche, "damit etwaige Missverständnisse oder Vorurteile aufgeklärt werden können". Danach werde der Abgeordnete erneut für den Vizeposten vorgeschlagen.

AfD: "Aussagen durch Wahlprogramm gedeckt"

Gaulands Kollegin Alice Weidel sagte: "Natürlich wird er die Aussagen nicht zurücknehmen, weil diese Aussagen völlig durch unser Wahlprogramm und durch unser Grundsatzprogramm gedeckt sind." Die Politik müsse sich endlich mit diesem Thema beschäftigen.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble soll sechs Stellvertreter bekommen, so dass jede Partei im Präsidium vertreten ist. Die Wahl Glasers scheiterte allerdings am Dienstag in der konstituierenden Sitzung in drei Wahlgängen am Widerstand der anderen Fraktionen. Kritiker werfen dem 75-jährigen Juristen vor, Muslimen das Grundrecht auf Religionsfreiheit verweigern zu wollen.