Flüchtlinge in Düsseldorf

© REUTERS/WOLFGANG RATTAY

Flüchtlingskrise
09/30/2016

2015 kamen 890.000 Flüchtlinge nach Deutschland

Die Behörden gingen ursprünglich von 1,1 Millionen aus. Für Innenminister De Maiziere ist die Zahl dennoch "sehr hoch".

Im vergangenen Jahr sind rund 890.000 Asylsuchende in Deutschland angekommen - statt der bisher kalkulierten 1,1 Millionen. Das gab Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere am Freitag in Berlin bekannt.

De Maiziere hatte in den vergangenen Monaten wiederholt betont, dass die bisher bekannten Zahlen wegen Mehrfachregistrierungen und wegen nicht erfasster Weiterreisen oder Rückreisen wohl zu hoch gegriffen seien. De Maiziere sagte nun: "Die Zahl von 890.000 ist dennoch sehr hoch."

De Maiziere : "Lage im letzten Herbst" darf sich nicht mehr wiederholen

"Durch eine enorme, einzigartige Anstrengung der Verantwortlichen in Verwaltung und Politik, vor allem auch durch die großartige Unterstützung Ehrenamtlicher haben wir diese Herausforderungen im Großen und Ganzen gut bewältigt. Wir sind uns aber genauso einig, dass sich diese Lage im letzten Herbst nicht mehr wiederholen darf", sagte er.

Deswegen seien international und in Europa zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Zahl der nach Deutschland kommenden Asylsuchenden deutlich zu reduzieren und gleichzeitig der humanitären Verantwortung gerecht zu werden. "Mit Stand vom 21.9.2016 sind nun im laufenden Jahr rund 210.000 Menschen als Schutzsuchende nach Deutschland gekommen und entsprechend im Kerndatensystem registriert."

Merkel gestand Fehler ein

Deutschland und Österreich hatten Anfang September 2015 entschieden, Tausende Flüchtlinge und Migranten aufzunehmen, die in Ungarn gestrandet sind. In der Folge kamen Hunderttausende Zuwanderer nach Deutschland. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestand in dem Zusammenhang vor kurzem Fehler ein. So sei der Flüchtlingszuzug 2015 vorübergehend außer Kontrolle geraten. Das dürfe sich nicht wiederholen. Die CSU attackiert Merkels Flüchtlingspolitik seit Monaten und forderte eine Obergrenze von 200.000 Einwanderern pro Jahr.

EASY-System erfasst Asylsuchende

Bei ihrer Ankunft in Deutschland werden Schutzsuchende im sogenannten EASY-System erfasst - einem IT-System zur "Erstverteilung von Asylbegehrenden" auf die deutschen Bundesländer, daher die Abkürzung. 2015 wurden in diesem EASY-System deutschlandweit rund 1,1 Millionen Menschen als asylsuchend registriert.

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