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Politik
12/05/2011

Auch SP-Wähler für Uni-Gebühr

Uni-Minister macht Druck: Gesetz für Studiengebühr noch diese Woche. OGM-Umfrage: Mehrheit für den Töchterle-Plan.

von Philipp Hacker-Walton

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) macht Tempo: "Möglichst rasch" will er sein Gesetz zur Neuregelung der Studiengebühren in Begutachtung schicken, "wenn möglich noch diese Woche". Die Verhandlungen mit der SPÖ laufen schon - und im Fall des Scheiterns kann sich Töchterle nun sogar eine Volksbefragung zu Studiengebühren vorstellen; wenn auch nur als "letzter Ausweg", wie Töchterle der Tiroler Tageszeitung sagte. Eine aktuelle OGM-KURIER-Umfrage zeigt: Töchterle hätte bei einer Volksbefragung die Mehrheit der Bevölkerung auf seiner Seite. 64 Prozent der Befragten sind grundsätzlich für die Wiedereinführung von Studiengebühren; sogar unter SPÖ-Sympathisanten sind 52 pro Studiengebühren (siehe Grafik) .

"Bemerkenswert ist: Die Zustimmung zu Studiengebühren geht durch alle Alters- und sozialen Strukturen, sowie durch alle Parteilager", sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. "Bei diesem Thema schließen sich auch die SPÖ-Wähler nicht der Parteilinie an."

500 Euro abfedern

Auch Töchterles konkretes Modell (die Unis sollen die Höhe bis max. 500 Euro pro Semester festlegen) überzeugt die Mehrheit: 48 Prozent sind dafür, 35 dagegen. Bachmayer: "Die Volksmeinung ist: Die Studenten sollen für ihr Studium zahlen. 500 Euro wird aber als relativ viel Geld empfunden, deswegen sinkt die Zustimmung leicht ab. Gibt es eine Abfederung für sozial Bedürftige, steigt die Zustimmung wieder." Ein "Ja" gibt es auch für die ÖVP-Forderung nach Zugangsbeschränkungen: 62 Prozent sind dafür, nur 29 dagegen.

Auch hier sind SPÖ-Wähler der Linie der ÖVP näher als der ihrer eigenen Partei. "Normalerweise müsste die SPÖ ihre Linie aufweichen", sagt Bachmayer. "Hier sitzt sie auf dem kürzeren Ast der Volksmeinung." SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas sagte am Montag im ORF -Radio zur Volksbefragung, man stehe "direkter Demokratie positiv gegenüber". In dieser Frage warte man aber auf eine Stellungnahme von ÖVP-Chef Spindelegger.

Eine Erfolgsmeldung gibt es für die Wiener Wirtschaftsuni: Beim diesjährigen Ranking der Financial Times von "Global Masters in Management"-Programmen internationaler Wirtschaftshochschulen erreichte sie mit dem Studium der Internationalen Betriebswirtschaft (IBW) Platz 18 von 65. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um sechs Positionen. Für Rektor Christoph Badelt ist das "sensationell", da die WU mit Unis konkurriere, die den Zugang regeln und/oder Gebühren einheben können.

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