Politik 05.12.2011

Auch Fekter will Töchter in der Hymne

© Bild: KURIER/Christandl

Im Nationalrat könnte es zu einer freien Abstimmung darüber kommen, ob Österreich künftig auch in der Hymne auf seine Töchter stolz ist.

Finanzministerin Maria Fekter unterstützt den Vorstoß der Frauen von ÖVP, SPÖ und Grünen, die "großen Töchter" in die Bundeshymne zu integrieren. Am Rande der OECD-Pressekonferenz meinte sie am Montag zu einer entsprechenden Journalistenfrage: "Ich wäre dafür." Dass die frühere Frauenministerin Maria Rauch-Kallat bei ihrer letzten Nationalratssitzung diese Initiative gestartet habe, halte sie für legitim.

Zuvor hatte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter vorgeschlagen, die Nationalratsabgeordneten über eine frauenfreundliche Adaption der Bundeshymne frei abstimmen zu lassen. Damit könne die Änderung gleich nach der Sommerpause des Nationalrates über die Bühne gehen, meinte er in der Kronen Zeitung.

VP-Männer nach Redeschwall nun wortkarg

Beim Koalitionspartner ÖVP zeigte man sich zum Thema Töchter schweigsam - zumindest die Männer in der Partei. Nachdem eine dahingehende Initiative der früheren Frauenministerin Maria Rauch-Kallat bei der letzten Nationalratssitzung vor der Sommerpause von der eigenen Fraktion durch Dauerreden verhindert worden war, wollten sich nun weder Klubchef Karlheinz Kopf noch die Parteispitze - allesamt männlich besetzt - dazu öffentlich äußern.

"Wir haben überhaupt kein Problem mit dem Thema", so SPÖ-Klubmann Cap zum Vorschlag Kräuters. "Weil wir der Auffassung sind, dass wir auf unsere Töchter und Söhne stolz sind." Trotzdem müsse der nächste Schritt sein, eine Änderung der Bundeshymne im Verfassungsausschuss zu besprechen, um in Erfahrung zu bringen, wie die anderen Parteien dazu stehen. Wobei die SPÖ-Linie "völlig klar" sei, so Cap, der sich von Kräuters Vorschlag nicht angesprochen fühlt: "Er wird wohl die anderen Fraktionen gemeint haben."

"Kein Problem" damit, die Abstimmung im Nationalrat freizugeben, hat FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Er geht davon aus, dass es im freiheitlichen Klub ohnehin eine einhellige Meinungsbildung, nämlich gegen eine Änderung der Bundeshymne, gibt. Nach Ansicht Kickls sollte man nicht an der Bundeshymne "herumdoktern", das ganze sei eine "unnötige Fleißaufgabe".

Die Grünen äußerten sich naturgemäß positiv über die Initiative Rauch-Kallats. Frauensprecherin Schwentner sprach sich für eine freie Abstimmung aus und zeigte sich zugleich zuversichtlich, was einen aus ihrer Sicht positiven Ausgang betrifft. Vor allem aus der SPÖ würden dahingehend Signale kommen. Für die schwarzen Männer gab es hingegen Schelte: "Die Männer in der ÖVP sind ja schon ziemlich mickrig." Schwentner hofft nun, dass manche Abgeordnete während der Sommerpause umdenken "und zur Vernunft kommen".

BZÖ-Frauensprecherin Schenk steht einer Änderung der Bundeshymne "grundsätzlich positiv gegenüber", da die Zeit für einen solchen Zugang reif sei. Einigkeit gebe es dabei auch mit Klubobmann Josef Bucher. Das Abstimmungsverhalten der BZÖ-Abgeordneten müsse allerdings erst in der nächsten Klubsitzung besprochen werden. Das BZÖ habe Abstimmungen über ethische oder religiöse Fragen, wie beispielsweise bei der eingetragenen Partnerschaft, bereits freigegeben. Schenk ist für einen raschen Beschluss, "damit sich die Politik wieder wichtigeren Themen zuwenden" könne.

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Erstellt am 05.12.2011