Politik
05.12.2011

AUA: Zwischenlandung wegen Randalierer

Schreiduelle und Drohgebärden über den Wolken: Ein AUA-Jet musste aus den USA kommend in Irland notlanden.

Der 32-Jährige Passagier rastete plötzlich und ohne Vorwarnung aus. Die Boeing 767 der Austrian Airlines düste Samstagfrüh gerade von Washington nach Wien. 194 Personen, darunter zehn Crewmitglieder waren an Bord.

Minuten vor dem Überflug der Britischen Inseln begann der Passagier zu randalieren. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um einen österreichischen Staatsbürger. Sein Pass dürfte, so die Austrian Airlines in Linz ausgestellt worden sein.

Sofort versuchte das in Deeskalation geschulte Kabinenpersonal, den tobenden Mann zu beruhigen. Mit mäßigem Erfolg. Denn immer wieder begann der renitente Passagier zu brüllen und zu toben. Schließlich belästigte er nicht nur die Crew, sondern auch friedliche Passagiere. Es kam zu Schreiduellen und Drohgebärden.

Notlandung

"Wir glauben, dass der Fluggast unter Medikamenteneinfluss gestanden hat", erklärt AUA-Sprecher Peter Hödl die heikle Situation an Bord des Fluges OS 94. Schließlich entschied sich der Pilot zur Notlandung auf dem westirischen Flughafen Shannon. Denn die Boeing 767 befand sich gerade in der Nähe dieses Airports.

Nach dem Aufsetzen eskalierte die Situation. Denn der Fluggast erkannte anscheinend, dass der Zwischenstopp auf seine Kappe ging. Als irische Sicherheitsbeamte das Flugzeug betraten, ging der Österreicher auch auf die Beamten los. Nach einem Handgemenge wurde er fixiert und abgeführt.

Um 11.45 Uhr landete die Maschine in Wien-Schwechat. Der Flug startete bereits in Washington mit 1,5 Stunden Verspätung. Die Zwischenlandung in Shannon kostet weitere 1,5 Stunden. Viele Passagiere verpassten somit ihre Anschlussflüge.

Für den Randalierer wird die Angelegenheit teuer. Hödl: "Da es sich um einen Österreicher handelt, prüfen wir, ob die entstanden Kosten über den Zivilrechtsweg einklagbar sind." Der Randalierer muss mit Forderungen im fünfstelligen Euro-Bereich rechnen.