Politik 10.01.2012

Athen: Aufregung um Pädophilen-Beihilfe

Griechische Behinderten-Vereine laufen gegen die Entscheidung der Regierung Sturm, Pädophilie als Behinderung anzuerkennen.

Große Aufregung herrscht in Griechenland über den Umgang mit Pädophilen. Laut der Nachrichtenagentur AP soll Pädophilie demnach als staatlich anerkannte Behinderung aufscheinen. Die Regierung hat in diesem Sinne eine erweiterte Liste mit allen staatlich anerkannten Behinderungen beschlossen. Die neue Liste umfasst neben Pädophilen auch Exhibitionisten und Kleptomanen.

Der nationale Behindertenverband läuft gegen die neuen Regelungen Sturm. Der Beschluss sei "unfassbar". Pädophile könnten dadurch höhere staatliche Unterstützungsgelder erhalten als Menschen, die eine Organtransplantation hinter sich haben, so die Kritik.

Obmann des Behindertenverbands, Yiannis Vardakastanis, warnt davor, dass die erweiterte Liste neue Erschwernisse für Menschen mit Behinderungen in Griechenland bringen könnte. Aufgrund der Finanzkrise wurden Behinderte laut Vardakastanis bereits wiederholt von finanziellen Kürzungen getroffen. "Ich denke, das ist ein großer Fehler. Das Ministerium sollte eine andere Behindertenpolitik betreiben," so Vardakastanis. Mit dem jetzigen Beschluss könnten viele Menschen mit Behinderungen von staatlichen Zuwendungen ausgeschlossen werden. "Es ist unverständlich, dass Spannern ein Behinderungsgrad von 20-30 Prozent zugewiesen werden soll und Diabetikern, die sich vier bis fünf Insulinspitzen am Tage setzen müssen, nur 10 Prozent,"  sagte Vardakastanis weiters laut Huffington Post.

Das griechische Arbeitsministerium verteidigt die erweiterte Liste – die auch Fetischisten, Pyromanen, Spielsüchtige und Sadomasochisten beinhaltet. Sie sei notwendig, um eine medizinische Beurteilung zu gewährleisten und für die Zuteilung staatlicher finanzieller Unterstützung.

 

( ap ) Erstellt am 10.01.2012