Politik
11.04.2012

Akademikerquote: Aufwärts mit Verlustrate

Das Bildungsniveau steigt, der Akademikeranteil bleibt aber unterdurchschnittlich. Sorgen machen die Schulabbrecher.

Die Zahl der Studierenden ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen – von rund 280.000 im Wintersemester 2007 auf 330.000 im Studienjahr 2009/2010. Die Bildungsexperten der Statistik Austria gehen davon aus, dass die Studierendenzahlen bis 2015/’16 auf 370.000 steigen werden. Entsprechend gestiegen ist die Anzahl der Studienabschlüsse. Hatten 1980 nur 4,5 Prozent der Bevölkerung einen Uni-Abschluss, waren es zuletzt 14,6 Prozent. Für Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ist das steigende Interesse „grundsätzlich erfreulich“, es gelte aber auch, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen (etwa im Rahmen seines Hochschulplanes), um die Qualität für Studierende und Lehrende auch künftig zu sichern und weiter auszubauen. Im EU-Vergleich ist Österreichs Akademikerquote damit allerdings weit unter dem EU-Schnitt. Noch ist offen, wie die Regierung die mit der EU vereinbarte Akademikerquote von 38 Prozent bis zum Jahr 2020 erreichen will.

Drop-outs

Am unteren Ende des schulischen Spektrums geben die Schulabbrecher Anlass zur Sorge: Besonders an den berufsbildenden mittleren Schulen (BMS) sind die „Verlustraten“ nach wie vor sehr hoch. 14,1 Prozent aller Schüler, die an diesen Schulen vor vier Jahren begonnen haben, brechen ihre Ausbildung ab, ohne eine weitere zu beginnen. Etwas weniger Schulabbrecher gibt es bei den berufsbildenden höheren Schulen (BHS, etwa Handelsakademien oder HTL), 5,9 Prozent brechen diesen Schultyp ohne weitere Ausbildung ab. In der AHS-Oberstufe geben acht Prozent der Schüler auf, ohne einen anderen Ausbildungsweg einzuschlagen.

Testfall PISA

Insgesamt liegt Österreich mit einer Schulabbrecherquote von 8,3 Prozent im oberen Mittelfeld. In absoluten Zahlen heißt das: 56.800 Schüler zwischen 18 und 24 Jahren haben nur einen Pflichtschulabschluss, schätzen die Statistiker . Wie gut die Qualität der Schulbildung im internationalen Vergleich ist, das wird derzeit an Österreichs Schulen im Rahmen des PISA-Tests ermittelt. Bis 23. Mai werden rund 5000 Schüler des Jahrgangs 1996 aus rund 200 Schulen getestet. Die Ergebnisse werden allerdings erst im Dezember kommenden Jahres vorliegen.

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