Politik 10.03.2012

3000 Arbeiter sind in der Atomruine im Einsatz

Arbeiter kühlen die Reaktoren, recyceln das verseuchte Wasser und beseitigen Trümmer auf dem Unglücksgelände von Fukushima 1.

In der Atomruine Fukushima sind weiterhin täglich rund 3000 Arbeiter der erhöhten Radioaktivität ausgesetzt. Sie kühlen die Reaktoren, recyceln das verseuchte Wasser und beseitigen Trümmer auf dem Unglücksgelände. „Die meisten Arbeiter hier machen eine Zwei-Stunden-Schicht am Vormittag und dann eine weitere am Nachmittag“, erklärt Tepco-Manager Katsuhiko Iwaki, der stellvertretende Chef des Stabilisierungsteams.

Immer noch gibt es Bereiche, die die Arbeiter wegen der hohen Strahlung nicht betreten können – etwa Reaktor 3. Im Gebäude beträgt die radioaktive Strahlung 1500 Mikrosievert pro Stunde. 100 Millisievert gelten als jene Dosis, ab der mit einem erhöhten Krebsrisiko zu rechnen ist. 2000 Millisievert bedeuten lebensbedrohliche Strahlenvergiftung.

„Dauerhafte Verseuchung“

Die radioaktive Verseuchung durch die Atomkatastrophe ist laut französischen Experten „dauerhaft und langjährig“. Dies gelte vor allem für die Belastung mit Cäsium 137, dessen Radioaktivität sich nur alle 30 Jahre halbiere, heißt es in einem jüngst veröffentlichten Bericht des französischen Strahlenschutzamtes IRSN.

Die Studie beruht auf Untersuchungen, die Experten der Behörde an Ort und Stelle vorgenommen haben, und auf offiziellen Angaben Japans. Das IRSN erinnerte daran, dass im AKW Fukushima auch durch Wasserstoffexplosionen 58 Billiarden Becquerel Cäsium freigesetzt wurden – etwa ein Drittel der Menge, die beim Unfall von Tschernobyl in die Atmosphäre gelangte. Davon seien heute noch 98 Prozent in der Umwelt, im Jahre 2020 würden es noch 81 Prozent sein, betonte Didier Champion, der beim IRSN für Krisen verantwortlich ist. Die Verseuchung der Umwelt werde noch „zahlreiche Jahre“ andauern.

Es gebe auch zahlreiche „Ungewissheiten“ bezüglich der langfristigen Auswirkungen auf die Bevölkerung sowie auf die Arbeiter, die während des Unfalls im Einsatz waren. Mehrere Personen kamen während ihres Einsatzes ums Leben.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund

( Kurier ) Erstellt am 10.03.2012