18 Mio. Tonnen Müll vor Kanadas Küste

dapdA Japanese fishing boat lost in the Pacific Ocean after the March 2011 earthquake and tsunami was sighted March 20, 2012  drifting 150 nautical miles off the southern coast of Haida Gwaii near British Columbia, Canada by the crew of an aircraft on a r
Foto: dapd Das Geisterschiff trieb 8000 km von Japan über den Pazifik.

Mehr als ein Jahr nach dem Tsunami in Japan treiben ein Geisterschiff und Müll vor Kanada.

Den 45 Meter langen Fischkutter, der mehr als ein Jahr über 8000 Kilometer von Fukushima Richtung British Columbia getrieben ist, will keiner haben. Das schwer ramponierte Geisterschiff schaukelte über den weltweit größten Ozean, überstand Stürme und Wellenbrecher und liegt noch immer normal in der See. Noch ist nicht entschieden, ob der Kahn geborgen wird und wer die Kosten dafür übernimmt.

Mithilfe der Beschriftung wurde auch bereits der Eigentümer des Schiffes in Japan ausfindig gemacht, der bestätigte, dass sich zum Zeitpunkt des Tsunamis am 11. März 2011 niemand an Bord befunden hat. Der Mann aus Fukushima hat selbst alles verloren und wird nicht zahlen können.

Möbel, Fernsehgeräte, Kühlschränke

Der Trawler ist der erste große Überrest des gewaltigen Tsunamis, der an die Westküste Nordamerikas angeschwemmt wird. Seit Wochen fischen US-Marines Möbel, Fernsehgeräte und Kühlschränke aus dem Pazifik. Laut dem Ozeanografen Richard Thomson treiben rund 18 Millionen Tonnen Schrott im Meer. Die Trümmer liegen auf einer Fläche, die der "zehnfachen Größe Deutschlands" entspricht, sagt Thompson. Der langsam auf die Küste zutreibende Müll sei nicht so schnell an der Küste Kanadas erwartet worden. Wissenschafter hatten damit gerechnet, dass die Trümmer, die der Tsunami ins Meer gespült hat, erst 2013 Hawaii passieren würden und ein Jahr später an den Stränden Kanadas und dem US-Bundesstaat Washington ankommen würden.

In den Küstenregionen wird die Bevölkerung bereits darauf aufmerksam gemacht, alle verdächtigen Teile, die angeschwemmt werden, zu melden –, aber auf keinen Fall anzugreifen, da sie radioaktiv verstrahlt sein könnten.

Die USA und Kanada "rüsten für den Tag X" und koordinieren ihre Reinigungsaktionen. "Denn Hunderttausende Jobs hängen unmittelbar mit dem gesunden Meer und Ökosystem zusammen", sagt die US-Senatorin Maria Cantwell. Das Schiff und der Müll können die Seefahrt behindern.

(kurier) Erstellt am
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