Das Projekt „Generationenband“ hat für jede Altersgruppe eine individuell angepasste Wohnung parat.

© Horst Dockal / Next.Shot

ngen
05/05/2019

Miteinander jung sein und alt werden

Das Projekt „Generationenband“ in Wien Donaustadt vereint verschiedene Altersgruppen unter einem Dach.

In Einfamilienhäusern ist es gang und gäbe: Eltern werden älter, Kinder werden größer und bekommen selbst Kinder – und alle wohnen unter einem Dach. Ähnlich kann es auch im geförderten Wohnbau in Wien werden.

„Soziale Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Um Isolation vorzubeugen, ist es wichtig, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen“, sagt Wohnexperte Maximilian Koller von Heimbau/Eisenhof. Wie das gelingen kann, wurde mit dem Projekt „Generationenband“ – einer geförderten Wohnanlage in der Donaustadt – erprobt.

- Vergabeprozess:
Bei diesem Projekt wurde bereits bei der Vergabe darauf geachtet, dass besonders engagierte Menschen einziehen. Nur wer an einer Informationsveranstaltung teilnahm und einen Fragebogen ausfüllte, kam auf die Vergabeliste.

- Professionelle Beratung:
Bei der Informationsveranstaltung anwesend war ein Soziologe. Er betreut die Bewohner auch über den Einzugstermin hinaus. Koller dazu: „Bis Herbst 2020 wird das so bleiben. In dieser Zeit hoffen wir, dass die Hausgemeinschaft eine Eigendynamik entwickelt“.

- Interessen schaffen:
Im Zuge der Workshops wurden verschiedene Interessensgruppen gebildet. Diese treffen sich regelmäßig. So etwa die Themengruppen „Teilende Helfer“ oder „Grüner Daumen/Blauer Daumen“. Letztere gärtnern gemeinsam in ihren Hochbeeten auf der Gemeinschaftsterrasse.

- Grundriss:
Die Terrasse befindet sich im dritten Obergeschoß und ist für alle Bewohner zugänglich. Auf derselben Ebene gibt es einen Gemeinschaftsraum mit Küche, einen Kinderspielraum, einen Jugendraum und das sogenannte Generationenband – eine Brücke zwischen den vier Häusern.

- Bedürfnisse abdecken:
Genauso wichtig wie Räume für die Gemeinschaft sind im Projekt Generationenband jene Bereiche, die den einzelnen Bewohnern gehören: „Auch wenn die Gemeinschaft wichtig ist, muss man sich vor allem in der eigenen Wohnung wohlfühlen“, sagt Koller. Jede der vier Stiegen hat einen speziellen Schwerpunkt. So gibt es in der Familienstiege größere Wohnungen, in der Stiege für Senioren kompakte Wohnungen mit zusätzlichem Gemeinschaftsbereich. Für junge Bewohner stehen sechs Wohngemeinschaften zur Verfügung. Und all jene, die nicht nur unter ihresgleichen sein wollen, können in der vierten Stiege einen gemischten Trakt bewohnen.

- Umgebung nutzen
Einladend ist auch die Umgebung der Anlage: Im angrenzenden Kirschblütenpark können die Bewohner, egal ob Jung oder Alt, sporteln, spazieren oder spielen.

- Wissen erhalten
Um nicht bei jeder Änderung der Lebensumstände umziehen zu müssen, werden aktuelle Bewohner der Anlage bei der Vergabe von frei werdenden Wohnungen bevorzugt. „Die Bewohner wissen dann schon über das Haus Bescheid. Es ist im Interesse aller, wenn das Know-how bleibt“, sagt Koller. Denn schlussendlich liege die soziale Nachhaltigkeit an jedem einzelnen Bewohner.

Hintergrund

Das Projekt „Generationenband“ befindet sich in der Donaustadt. Im vergangenen Jahr wurde das Gebäude fertiggestellt, sodass im November die ersten Bewohner einziehen durften. Insgesamt gibt es dort 117 Wohnungen – alle zur Miete. Aufgeteilt sind diese auf vier Häuser, auch Stiegen genannt, die über eine Brücke im dritten Obergeschoß miteinander verbunden sind und damit die Generationen vereinen.