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06/06/2019

Klimawandel: Es wird immer mehr auf Holz gebaut

Architekten setzten im mehrgeschossigen Wohnbau verstärkt auf nachwachsende Rohstoffe

Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet langfristig eine Tonne . Außerdem ist Holz auch noch ein stabiler, nachwachsender Rohstoff. Das sind die bekanntesten Argumente für den Werkstoff Holz.

Neu ist, dass seit einigen Jahren verstärkt mehrgeschoßige Wohnhäuser in Holz ausgeführt werden. Noch in diesem Monat sollen die ersten Mieter ins 84 Meter hohe Gebäude in Wien-Donaustadt, bekannt als Holzhochhaus (HoHo), einziehen. Vor allem in Japan sind Holzkonstruktionen beliebt.

Der Brandschutz ist kein großes Problem. Holz brennt langsam und behält seine statischen Eigenschaften länger als Metall. Ein Holzdachstuhl kann die ganze Nacht brennen. Eine Stahlkonstruktion verliert bei Hitze rasch ihre Stabilität und stürzt ein.

Der Boom ist auch eine Folge der in Österreich und Bayern entwickelten Brettsperrholz-Platten. Mehrere Brettlagen werden im 90-Grad-Winkel übereinandergelegt und verleimt. Dadurch sind auch Plattengrößen mit einer Länge von 18 Metern und einer Breite von 3,5 Metern möglich, erklärt Reinhard Brandner, stellvertretender Leiter des Instituts für Holzbau und Holztechnologie der TU Graz. Die Platten werden in der gewünschten Größe vorgefertigt und dann nur mehr eingebaut.

Seit Jahrzehnten wird mit großem Erfolg Holz für Dachstuhlkonstruktionen verwendet, wenn große Spannweiten benötigt werden. Das gilt für Sporthallen, Lagerhallen und ähnliche Gebäude. Die Holzteile werden geleimt, was tatsächlich für eine hohe Stabilität sorgt.

Österreich und Deutschland sind die weltweit größten Produzenten von Brettsperrholz. Der Wert der gesamten verkauften Holzproduktion stieg im Vorjahr um fünf Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Die Exporte legten um über sechs Prozent auf insgesamt sechs Milliarden Euro zu. Ein Großteil davon sind Schnittholz und Ski.

Andreas Anzenberger