Eberhard Jordan will trotz Krankheit den Donauturm erklimmen

Eberhard Jordan will trotz Krankheit den Donauturm erklimmen
Der 57-jährige Eberhard Jordan aus Wiener Neustadtt will auf den Donauturm gehen und das trotz seiner Lungenkrankheit COPD, die ihm regelmäßig den Atem raubt.

Eberhard Jordan leidet unter COPD (siehe Bericht rechts). Trotz seiner eingeschränkten Lungentätigkeit will er sich von dieser Krankheit nicht sein Leben diktieren lassen. Im Gespräch mit dem KURIER erzählt Jordan von seiner persönlichen COPD-Challenge 2019 und warum er das eigentlich macht.

KURIER: Herr Jordan, warum wollen Sie den Donauturm bezwingen?

Eberhard Jordan: Der 20. November ist der Welt-COPD-Tag. Und nachdem der „Steffl“ im Vorjahr so gut geklappt hat und so eine Aufmerksamkeit erregt hat, hab’ ich damals recht übermütig gesagt, dass ich nächstes Jahr auf den Donauturm rauf will. Und ja, jetzt trainiere ich seit vier Monaten dafür.

Warum eigentlich, Eberhard Jordan

COPD ist eine Lungenkrankheit, von der 400.000 Österreicher betroffen sind. Können Sie erklären, wie sich die Krankheit auswirkt?

Festgestellt wurde es bei mir, weil ich Atemprobleme beim Stiegensteigen hatte. Das war nicht lustig. Die Leute haben immer auf mich warten müssen oder ich habe den Aufzug genommen. Da merkt man zum ersten Mal, dass etwas nicht stimmt. Ich war damals starker Raucher und wusste nach der Diagnose, dass sich etwas ändern muss. Denn sonst schreitet die Krankheit noch schneller voran.

Das heißt, Ihnen blieb im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg?

Richtig. Es wurde sogar so schlimm, dass ich keine zehn Meter mehr gehen konnte, ohne eine Pause zu machen.

Eberhard Jordan will trotz Krankheit den Donauturm erklimmen

Eberhard Jordan trainiert unter anderem mit dem Fahrrad.

Wenn man dann bedenkt, dass Sie im Vorjahr auf den Stephansdom gegangen sind und dieses Jahr auf den Donauturm rauf wollen, dann ist das sehr beeindruckend. Was hat sich seit der Diagnose geändert?

Die Diagnose bekam ich um das Jahr 2000. Wirklich schlagend wurde es 2014, als ich meinen ersten von drei Aufenthalten auf der Intensivstation hatte. Daraufhin war mir klar, dass ich etwas grundlegendes ändern müsste. Durch intensives Training, vor allem im Ausdauerbereich, konnte ich meinen Körper wieder soweit stärken, dass ich heute solche Herausforderungen wie den Donauturm andenken kann.

Was wollen Sie mit dieser COPD-Challenge erreichen?

Ich will den Leuten zeigen, dass man etwas schaffen kann. Die Krankheit soll mein Leben nicht diktieren. Aber klar ist, dass man selbst etwas tun muss.

Eberhard Jordan will trotz Krankheit den Donauturm erklimmen

Im Vorjahr ist Jordan auf den Stephansdom gegangen.

Gab es für Sie so ein einschneidendes Erlebnis, welches Sie dazu gebracht hat, den Willen und die Kraft zu finden?

Ja, tatsächlich. Es gibt da den Australier Russell Winwood. Er leidet ebenfalls an COPD und ist mittlerweile Marathon- und Triathlon-Athlet. Davon bin ich weit entfernt und das will ich auch gar nicht. Aber sein Wille hat mir gezeigt, dass ich das auch möchte und ich ebenfalls ähnliche Dinge schaffen kann.

Gibt es für den Donauturm eine persönliche Vorgabe?

Ich will die 776 Stufen in unter einer Stunde schaffen.

Haben Sie ein Ziel für 2020?

Noch nicht. Jetzt will ich mal den Donauturm bezwingen. Aber vielleicht etwas im Ausland.

„Ich erwarte mir, dass sich die Regierung und vor allem das Gesundheitsministerium mehr mit diesem Thema auseinandersetzt“, so  die Kritik von Eberhard Jordan. Denn für ihn gibt es beispielsweise keinen Ansprechpartner im Ministerium für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD.
Obwohl etwa 400.000 Österreicher daran leiden, sind die Infoveranstaltungen Mangelware. „Nach Diabetes und Krebs ist das bald die dritthäufigste Krankheit in Österreich“, meint Jordan.
Die Krankheit selbst ist für viele weitestgehend unbekannt. COPD wird in vier Stufen kategorisiert. Jordan selbst leidet unter der Kategorie drei und vier, den stärksten Ausprägungen der Krankheit.
Bei COPD hat der Patient eine dauerhafte Einschränkung der Atemstromstärke. Nach und nach breiten sich Entzündungen über die Lungenflügel aus und das Lungengewebe wird zerstört.
Patienten leiden unter Atemnot, Husten und Bronchitis. Mit Fortdauer der Krankheit kann der Betroffene auch eine externe Sauerstoffversorgung brauchen. Erleichterung bringt  die Implantierung von Ventilen im Lungenflügel und regelmäßiges Training. Hauptgründe für COPD ist neben dem Rauchen vor allem das langjährige Einatmen von schädlichen Partikeln wie Staub.

 

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