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Warum steigen mit den Temperaturen auch die Unfallzahlen?

Der Urlaubsreiseverkehr beginnt wieder zu rollen – und damit dürften auch die Unfallzahlen steigen.
Unfall Sommerhitze

Zusammenfassung

  • In den heißen Monaten Juni bis September passieren laut KFV durchschnittlich 45 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden, begünstigt durch mehr Reiseverkehr, ungewohnte Strecken und höhere Aggressionen.
  • Hitze, Schlafmangel und Dehydrierung beeinträchtigen Konzentration, Fahrtüchtigkeit und Verhalten am Steuer und erhöhen so das Risiko für Fahrfehler und riskante Reaktionen im dichten Verkehr.
  • Das KFV empfiehlt an heißen Reisetagen defensives Fahren, regelmäßige Pausen, ausreichendes Trinken und eine maßvolle Nutzung der Klimaanlage, um die Sicherheit zu erhöhen.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ereignen sich durchschnittlich 45 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden in den heißesten vier Monaten des Jahres (Juni bis September). Die Gefahren im Sommer sind jedenfalls vielfältig: Das Verkehrsaufkommen steigt deutlich, die Aggressionen nehmen bei Hitze zu und man fährt auf dem Weg in den Urlaub auch eher ungewohnte Strecken. 

Gleichzeitig belasten hohe Temperaturen den Körper und die Konzentrationsfähigkeit. „Die Auswirkungen von Hitze auf die Fahrtüchtigkeit sollten nicht unterschätzt werden. Bereits eine leichte Dehydrierung kann die Konzentrationsfähigkeit merklich reduzieren und zu Fahrfehlern führen“, so der Experte.

Müdigkeit ist gefährlich

Derzeit rauben die heißen Temperaturen vielen Menschen auch den Schlaf. Hinzu kommt noch der Stress vor der Fahrt in den Urlaub. Beides in Kombination kann sich besonders negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken, wie Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV weiß: „Wer sich übermüdet hinter das Lenkrad setzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen. Daher sollte man bereits Tage vor dem Reiseantritt stressfrei die passende Fahrstrecke wählen, seine Koffer in Ruhe packen und am Vortag auf ein gesundes Schlafklima achten.“

Hohe Temperaturen wirken sich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch aus. Hitze kann die Müdigkeit, Reizbarkeit und Ungeduld verstärken. Gerade im dichten Reiseverkehr, bei Staus, Baustellen oder Verzögerungen kann das zu riskantem Verhalten führen – etwa zu dichtem Auffahren, abruptem Bremsen, knappem Einscheren oder aggressivem Beschleunigen. 

Nicht provozieren lassen

Robatsch betont: „Auch wenn die Situation im Straßenverkehr angespannt ist, sollte man sich nicht provozieren lassen. Wer defensiv fährt, Abstand hält und Konflikte bewusst deeskaliert, trägt wesentlich zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer bei.“ Dass der Umgangston im Straßenverkehr rauer geworden ist, zeigen auch KFV-Befragungen aus dem Vorjahr: 70 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Spannungen zwischen Verkehrsteilnehmenden in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben. 

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