Backofenhitze im Auto: Was hilft - und was nicht
Der TCS warnt: Die derzeit hohen Temperaturen führen schnell zu Hitze im Auto, was für Mensch und Tier lebensgefährlich sein kann.
Zusammenfassung
- Autos werden bei über 30 Grad schnell zur Hitzefalle und erreichen laut TCS in wenigen Minuten bis zu 50, nach einer Stunde in der Sonne sogar bis zu 80 Grad.
- Wirksam gegen Hitze helfen vor allem Schatten, Frontscheibenabdeckungen und kurzes Durchlüften, während leicht geöffnete Fenster im Stand kaum etwas bringen und die Lackfarbe nur wenig ausmacht.
- Hitze ist für E-Auto-Batterien kein Sicherheitsrisiko, doch Oberflächen im und am Auto können so heiß werden, dass bereits nach Sekunden Verbrennungen drohen.
Ja, es ist Sommer. Am Kalender und am Thermometer. Für Autofahrer kann das unangenehm bis gefährlich werden. Denn wenn das Thermometer auf über 30 Grad Celsius klettert, wird das Auto rasch zur Hitzefalle. Laut dem Touring Club Schweiz (TCS) können im Fahrzeuginneren bereits nach wenigen Minuten Temperaturen von bis zu 50 Grad erreicht werden. Nach einer Stunde in der prallen Sonne sind sogar bis zu 80 Grad möglich. Welche Dinge man wissen sollte.
1. Bringen Frontscheibenabdeckungen etwas?
Ja. Verschiedene Tests des TCS haben gezeigt, dass neben dem Parken im Schatten vor allem Frontscheibenabdeckungen einen positiven Einfluss auf die Temperaturen im Auto haben. So wurden bei Fahrzeugen, die eine Stunde ohne Sonnenschutzfolie in der Sonne standen, auf dem Armaturenbrett 77 Grad Celsius gemessen, bei Fahrzeugen mit Sonnenschutzfolie war die Temperatur bis zu 40 Grad tiefer.
2. Heizen sich dunkle Autos schneller auf?
Nein. Entgegen der landläufigen Meinung, die Lackfarbe des Autos habe einen großen Einfluss auf die Innentemperatur, zeigten Tests, dass der Unterschied diesbezüglich nur minimal ist. Zwar heizen sich dunkle Autos in den ersten 20 Minuten schneller auf als helle, die Endtemperatur unterscheidet sich aber nur um wenige Grad Celsius. Ganze Abdeckplanen senken die Temperatur im Auto noch um einige Grad mehr.
3. Helfen leicht geöffnete Fenster?
Nein. Leicht geöffnete Fensterscheiben verfehlen hingegen die erhoffte kühlende Wirkung. Im Test konnte im Zeitraum von 30 Minuten lediglich 2 Grad Celsius Innenraumtemperatur-Differenz gemessen werden. Während der Fahrt hingegen trägt das vollständige Öffnen der Fenster beim Losfahren dazu bei, die Temperatur im Inneren des Autos deutlich zu senken.
4. Schadet Hitze E-Autos?
Nein. Für die Batterien von Elektrofahrzeugen stellen die hohen Temperaturen hingegen kein Sicherheitsrisiko dar, da die Akkus im Unterboden nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Eine laufende Klimaanlage vermindert allerdings die Reichweite von Elektrofahrzeugen erheblich. Diesbezüglich haben E-Fahrzeuge in der sommerlichen Hitze jedoch einen großen Vorteil: Stehen sie an der Ladesäule, kann der Innenraum mittels Vorklimatisierung schon vor dem Start auf angenehme Temperaturen heruntergekühlt werden.
5. Kann man sich im Auto verbrennen?
Ja. Außenhülle, Armaturenbrett und Sitze können so heiß werden, dass man sich beim bloßen Berühren der Flächen Verbrennungen zuziehen kann. Beim Einsteigen und Berühren von Sitzen, dem Lenkrad, dem Ganghebel oder anderen Innenraumkomponenten ist deshalb Vorsicht geboten. Verbrennungen und andere Hautverletzungen können schon ab 45 Grad innerhalb weniger Sekunden eintreten. Vor dem Einsteigen empfiehlt sich daher ein kurzes Durchlüften des Fahrzeuginnern, indem man den Heckflügel und die Seitentüren öffnet, um die heiße Luft entweichen zu lassen.
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