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Mit Teenagern im Urlaubs-Stau: Blockabfertigung fürs Gemüt

Warum die Urlaubs-Erholung manchmal schon im ersten Stau auf der Heimreise verpufft - und was man in Sachen Gelassenheit von Teenagern lernen kann.
Stau und Nerven

Zusammenfassung

  • Die Rückfahrt aus Grado endet trotz guter Planung im Stau, weil die Tunnelsanierung auf der A2 rund um den Packabschnitt immer wieder zu Blockabfertigungen führt.
  • Bis Ende 2029 wird der Abschnitt zwischen Kärnten und Steiermark schrittweise modernisiert, weshalb Reisende vor allem an Wochenenden deutlich mehr Zeit einplanen müssen.
  • Der eigentliche Ärger am Stau ist weniger das Stillstehen als der Kontrollverlust – Gelassenheit zeigen in dieser Lage ausgerechnet die Teenager am besten.

Es gibt genau zwei Gewissheiten im Sommer: Grado ist von Wien rund 510 Kilometer entfernt. Und auf der Rückfahrt wartet irgendwo ein Stau.

Diesmal mussten wir via Graz, waren aber besonders gescheit. Dachte ich. Wir fahren am Sonntag heim. Und mitten am Nachmittag. Die Rechnung ging auf: Die Autobahn war leer, ich lehnte mich entspannt zurück, blickte erst auf den Rio Gelato, rollte dann über die Grenze, erreichte schließlich Kärnten (17 Grad) und dachte: Ach wie schön kann Autofahren sein.

Bitte keine Blockabfertigung!

Keine fünf Minuten später kam ein kleines Schild. „Behinderung hinter dem Tunnel.“ Hinter dem Tunnel? Weiter freie Fahrt. Aber dann: Blockabfertigung vor dem Kalcherkogeltunnel. 
Rettungsgasse. 
Autoschlange. 
Eine Stunde quasi Stillstand.

Hätte man vorher recherchieren können. Hat man aber nicht. Und hinterher informiert ist man zwar schlauer, aber nicht schneller.

Das Faszinierende am Stau ist ja nicht, dass man nicht weiterkommt. Sondern dass innerhalb weniger Minuten sämtliche Urlaubsentspannung aus einem herausfällt. Man sitzt ausgeruht und gut gefüttert in einem klimatisierten Auto und das Gehirn verhält sich, als würde gleich ein Säbelzahntiger aus der Leitplanke springen.

Die Psychologie kennt das gut: Ein Stau triggert unseren Kontrollverlust. Wir können nichts tun. Nicht schneller fahren, nicht ausweichen, nicht vorspulen. Gleichzeitig tickt innerlich eine Uhr, obwohl zu Hause niemand auf uns wartet außer der Wäsche. Unser Gehirn schaltet trotzdem in Alarmbereitschaft. Adrenalin wird ausgeschüttet, der Puls steigt, die Atmung wird flacher. Flüchten wäre die logische Reaktion – blöd nur, wenn vor einem 300 Autos stehen.

Urlaubsstimmung adé?

Früher fragten die Kinder alle zehn Minuten: „Wie lange noch?“ Heute sind sie Teenager, tragen Kopfhörer, schlafen, lachen und nehmen den Stau mit stoischer Gelassenheit. Niemand jammert. Niemand diskutiert. Die Einzige, die alle zwei Minuten aufs Navi schaut und hofft, dass aus 58 Minuten plötzlich 17 werden, bin ich.

Vielleicht liegt die eigentliche Urlaubsreife gar nicht im entspannten Verreisen, sondern im entspannten Heimfahren. Die Teenager scheinen das längst verstanden zu haben. Ich arbeite noch daran – spätestens bis zur nächsten Rückfahrt aus Grado.

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