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Die Chinesen fahren vor: Wie sie den heimischen Automarkt verändern

Chinesische Automarken verändern den Markt: Was das für die Branche und die Konsumenten bedeutet.
CHINA-ECONOMY-AUTO

Der heimische Autosektor ist in Bewegung – und das hat aktuell zweierlei Gründe. Zum einen ziehen die Zulassungszahlen generell wieder an und liegen im ersten Halbjahr 2026 rund 15 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Zum anderen gibt es mittlerweile eine bedeutende Anzahl chinesischer Marken auf dem Markt – 18 fanden wir in der Zulassungsstatistik des ersten Halbjahres 2026. Sie nehmen damit kumuliert 9,9 Prozent Marktanteil ein, wobei BYD am stärksten ist (5.804 Autos). Die Marke hatte 2023 ihren Markteintritt in Österreich und liegt in der Gesamtstatistik mittlerweile auf Rang acht.

Zweitstärkste chinesische Marke ist MG (3.585), gefolgt von Volvo (2.361), vormals schwedisch und seit 2010 im Geely-Konzern. Hinzu kommen klingende Namen wie Leapmotor (Stellantis Konzern), Jaecoo, Omoda, Polestar und Smart, aber auch ganz neue Marken wie Xpeng, Chery, DFM, BAIC, BAW, Forthing, AION, DFSK oder Dongfeng.

Intensiver Wettbewerb

Die neuen Anbieter setzen die bestehenden Marken gewaltig unter Druck. „Die chinesischen Hersteller sind keine Nischenanbieter mehr, sondern haben sich als ernstzunehmende Wettbewerber etabliert,“ erklärt Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich. Für alle Hersteller gilt: Die neue Konkurrenz steigert den Innovationsdruck, fordert effizientere Produktion und schnellere Entwicklungsphasen. Gelingt das nicht, werden sie nach und nach Marktanteile an die chinesischen Anbieter abgeben müssen. „Für Konsumenten bedeutet der intensive Wettbewerb unter den Herstellern eine größere Vielfalt an Autos auf dem Markt und günstigere Preise,“ so Kunsch. 

Trotzdem herrsche laut ihm noch Unsicherheit und Skepsis über die Langzeitqualität, den Wiederverkaufswert sowie der Dichte von Service- und Werkstattnetzen der neuen Marken.

Experten kritisieren den nicht ganz fairen Wettbewerb. Der Staat subventioniert in China seine Autoindustrie massiv. Dadurch ist es möglich, chinesische Autos günstiger auf dem Markt anzubieten als europäische Marken. Die Europäische Kommission und das chinesische Handelsministerium haben sich deshalb im Jänner auf ein Mindestpreissystem für jedes Fahrzeug geeinigt. Damit soll die europäische Autoindustrie davor geschützt werden, mit billigen E-Autos überflutet zu werden.

Ein lächelnder Mann im dunklen Anzug mit roter Krawatte steht mit verschränkten Armen vor hellem Hintergrund.

Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte.

Ein lächelnder Mann im Anzug vor hellem Hintergrund.

Klaus Friesenbichler, Senior Economist Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung.

Welche Marken bleiben?

Im August startet Geely Autos in Österreich. Vermutlich werden sie nicht die letzte chinesische Marke sein, die nach Österreich kommt. Die Markenvielfalt wird also mehr, könnte sich aber auch wieder reduzieren. „Blickt man auf den Automarkt in China, zeigen sich erste Konsolidierungen,“ erklärt Klaus Friesenbichler vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung. Der Ökonom geht aber davon aus, dass jene Firmen, die den Export in die EU geschafft haben, eine gute Chance haben, eine Marktbereinigung zu überstehen und sich zu etablieren.

Eine Prognose zu erstellen sei laut Friesenbichler aber aktuell nicht möglich: Dafür spielen zu viele Dynamiken mit: die Transformation der Autobranche selbst, die Wettbewerbsfähigkeit der EU, insbesondere in Hinblick auf die Batterieproduktion und die Handelspolitiken der Großmächte USA und China.

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