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800.000 Pannen im Jahr: Ab wann wird Hitze auch Fahrzeugen zu viel?

Die Hersteller entwickeln Fahrzeuge für extreme Temperaturen. Aktuell sieht man dennoch vermehrt Autos am Pannenstreifen stehen. Hitzethema ja oder nein?
ÖAMTC

Zusammenfassung

  • Gut gewartete Fahrzeuge sind laut ÖAMTC auch bei großer Hitze für Temperaturen bis etwa 50°C ausgelegt, Pannen entstehen meist durch Wartungsmängel oder hohe Belastung.
  • Bei Hitze treten Defekte oft erst während der Fahrt auf; wichtig ist, das Auto noch sicher abzustellen, den Pannendienst zu rufen und nicht im überhitzten Fahrzeug zu warten.
  • Vor Urlaubsfahrten sollte neben dem Fahrzeugzustand auch die Pflichtausstattung geprüft werden, da Vorschriften in Europa je nach Land unterschiedlich sind.

Es ist - und bleibt - heiß. Das betrifft auch die Mobilität. Aktuell sieht man vermehrt Autos auf der Autobahn mit Pannen am Pannenstreifen stehen. Ist das ein Hitzethema? Denn ab wann wird Hitze auch Fahrzeugen zu viel?
„Der Fahrzeughersteller entwickelt seine Fahrzeuge für extreme Temperaturen, führt mit den Prototypen Tests im hohen Norden bei extremer Kälte bis -40°C und in der Wüste liegenden Testgeländen etwa in den USA bei bis zu 50°C (manchmal mehr) durch“, erklärt Stefan Kerbl, Leiter Test und Technik des ÖAMTC.

800.000 Pannen im Jahr 

Vor allem der „Hot-Soak-Test“ ist hier legendär. Das Fahrzeug steht vor Inbetriebnahme etwa zwei Stunden in der prallen Sonne, wird dann in Betrieb genommen und voll belastet. Kerbl: „Ein neuwertiges gut gewartetes Fahrzeug wird also keine Probleme mit der Hitze hier in Ö haben.“

Die Betonung liegt auf gut gewartet: Denn gäbe es nur gut gewartete Fahrzeuge, hätte der ÖMTC keine 800.000 Pannen im Jahr zu beheben. „Und hier spielt Kälte und Hitze dann eine große Rolle: Niedriger Kühlmittelstand, alte, lädierte, mit Insekten verklebte Kühler, aber auch die Verkehrslage, die Belastung des Fahrzeugs (Hängerbetrieb) können eine Kaskade an thermischen Herausforderungen für das Fahrzeug bewirken. Von der Panne bis zum Brand des Fahrzeugs ist dann alles möglich“, so der Experte,

Wie verhält man sich richtig, wenn man bei Hitze eine Panne hat? Kerbl: „Nicht viel anderes als bei jeder Panne, nur kann es bei Hitze sein, dass die Panne nicht wie üblich bei Inbetriebnahme des Fahrzeugs bemerkt wird, sondern eher während des Fahrbetriebs.“

Hier ist es wichtig, sich bis zu einem sicheren Stellplatz zu retten, wenn das noch möglich ist. Dann wird der Pannendienst gerufen und so gut es geht die Position bzw. Adresse des Fahrzeugs und die Ausfallursache bzw. die Anzeigen am Fahrzeug beschrieben. „In Abhängigkeit der vom Calltaker angegebenen Wartezeit sollte man dann entscheiden, ob man in der Hitze beim Auto bleiben kann oder um einen Rückruf bittet, wenn der Pannenfahrer das Fahrzeug erreicht“, erklärt Kerbl.

Fahrzeuginnere in der prallen Sonne  

Im Auto zu warten ist eher ungünstig, da das Fahrzeuginnere in der prallen Sonne leicht bis auf 50°C erwärmt wird. Kerbl: „Besser einen schattigen Platz oder ein Lokal in der Nähe aufsuchen.“

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