Wie BYD sein „Momentum“ in Europa ausnutzen will
BYD Atto 2 DM-i vor Bergkulisse.
Zusammenfassung
- BYD setzt in Europa auf neue Modelle, kälteresistente Akkus und lokale Produktion, um Marktanteile zu steigern.
- Bis 2027 sollen die meisten Fahrzeuge für Europa im neuen Werk in Ungarn produziert und ein eigenes Schnellladenetzwerk aufgebaut werden.
- Das Händlernetz und die Kundenbetreuung werden ausgebaut, um das Wachstum und die Akzeptanz der Marke weiter zu fördern.
14.000 Fahrzeuge von BYD sind derzeit auf Österreichs Straßen unterwegs. Bei Elektroautos ist der chinesische Hersteller im Land aktuell die dritterfolgreichste Marke. In Europa ist sie auf Platz eins. „Wir haben ein super Momentum“, sagt Danijel Dzihic, Managing Director BYD Austria. In China gingen die Verkaufszahlen zuletzt zurück, im Ausland steigen sie. Entsprechend viel Wert legt das Unternehmen auf das Exportgeschäft.
Batterie lädt auch bei minus 30 Grad schnell
Um die Hybrid-Kundschaft zu erreichen, wurde das Modell Atto 2 DM-i in Österreich eingeführt. Es ist erst seit Ende November am Markt, hat sich aber bereits zum drittmeistverkauften BYD-Modell gemausert. Neu am Markt ist auch der Atto 3 EVO, die neue Generation des hiesigen Bestsellers. Sie soll vor allem durch Verbesserungen an BYDs hauseigener „Blade Battery“ punkten.
Diese erreicht eine höhere Energiedichte und kann selbst bei minus 30 Grad in nur 12 Minuten von 20 auf 97 Prozent aufgeladen werden. Die maximale Ladeleistung von 220 kW ist eine der schnellsten am Markt. Der Atto 3 EVO hat aber auch einen größeren Kofferraum, erstmals einen Frunk und erstmals Heck- oder Allradantrieb.
Danijel Dzihic, Managing Director BYD Austria, sieht Kundendienst als Basis für den Erfolg.
Wertschöpfung soll zu großen Teilen lokal sein
Mit seinem neuen Modellportfolio will BYD heuer bei Neuzulassungen fünfstellige Zahlen erreichen. Das Händlernetz soll von derzeit rund 40 auf über 50 Standorte wachsen. Bei Interessenten will das Unternehmen mit möglichst guter Kundenbetreuung punkten. In Wien gibt es ein eigenes Schulungszentrum für Händler und Techniker, das konzernweit als Vorbild dienen soll.
Ab 2027 soll der Großteil der in Europa verkauften Modelle auch in Europa produziert werden. Im ungarischen Szeged wurde ein Werk errichtet. Darin sollen der Kleinwagen Dolphin Surf, die Atto 2 Modellfamilie und künftig zwei weitere Modelle vom Band rollen. Der Start der Serienproduktion soll schon im zweiten Quartal 2026 erfolgen. BYD verspricht lokale Arbeitsplätze und lokale Zulieferer. Der Stahl kommt etwa von der Voest. In Budapest startete erst im Jänner ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.
Eigenes Ladenetzwerk mit „China-Speed“ geplant
Einer der ersten Wege des dort tätigen Teams führte nach Österreich. Bei einem BYD-Händler in St. Pölten wurde über Verbesserungspotenziale gesprochen. Dabei wurde der Wunsch nach einer neuen Radio-App geäußert. Drei Wochen später war die App bereits als Update verfügbar. „So etwas gibt es bei keinem anderen Hersteller. Das ist echter China-Speed“, meint Oliver Mandl, Head of Product Austria & Hungary bei BYD Europe.
In China sorgt BYD mit seinem „Flash Charging“-Netzwerk für Aufsehen. Aber auch in Europa wird ein Schnellladenetzwerk entstehen. An T-förmigen Ladestationen soll Strom mit bis zu 1.500 kW in E-Autos, aber auch größere E-Fahrzeuge fließen. Bis 2027 sollen europaweit 3.000 Ladepunkte in Betrieb sein, 100 davon in Österreich. Erste Pilotstandorte sind noch heuer geplant.
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