BYD Atto 3 EVO im Test: Sympathische Familienkutsche mit 300 PS

Die neue Generation des Elektro-SUVs hat mehr Kraft, mehr Laderaum und bietet auch für die Rückbank gute Unterhaltung.
BYD Atto 3 EVO von vorne vor Sonnenuntergang.

Den BYD Atto 3 sieht man auf heimischen Straßen schon seit einigen Jahren. Mit dem Atto 3 EVO kommt nun die neue Generation des vollelektrischen Kompakt-SUV auf den Markt. Sie bringt noch mehr Leistung, eine noch schneller ladende Batterie, mehr Anhängelast und mehr Stauraum.

Bei 313 PS geht es los

Rein äußerlich hat sich der EVO gegenüber seinem Vorgänger nur marginal verändert. Auffälligstes Zeichen für den Fortschritt ist eine stärker konturierte Heckklappe sowie LED-Rückleuchten mit XXX-Symbolik. Extraviel Kraft wurde dem Motor verpasst. In der Grundausstattung kam er bereits bisher auf 150 kW (204 PS). Nun sind es aber 230 kW bzw. 313 PS in der vom KURIER getesteten Ausstattungslinie "Design". In der Ausstattung "Excellence" sind es 330 kW (449 PS).

Das Heck des BYD Atto 3 EVO. Ruhig und unruhig zugleich.

Das Heck des BYD Atto 3 EVO. Ruhig und unruhig zugleich.

"Einer der krassesten Schläfer"

In der Topvariante mit Allradantrieb beschleunigt der BYD Atto 3 EVO in 3,9 Sekunden von Null auf 100 km/h, was ihn laut dem Hersteller zu "einem der krassesten Schläfer" auf der Straße macht. Er sieht harmlos und gemütlich aus, kann aber auch ganz anders. Der Atto 3 EVO hat nun eine 800-Volt-Architektur. Die Schnellladeleistung wurde auf 220 kW erhöht. Genug, um den 74,8 kWh-Akku in 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufzuladen. In der Praxis wird solch ein Wert schwer erreicht, weil die meisten Ladestationen nicht mithalten.

Beim Fahren ist es schon sehr angenehm, wenn die volle Bandbreite der Fortbewegung beherrscht wird, entspanntes und geräuscharmes Gleiten und rasante Überholvorgänge. Die Dämpfung im Atto 3 EVO ist recht straff, aber nicht unangenehm. Die Lenkung im getesteten Exemplar zeigte sich etwas unpräzise, das kann aber auch an einem individuellen Einstellungsproblem liegen. Bei einer kürzeren Testfahrt in einem anderen Exemplar zuvor ist dieses Phänomen nicht aufgetreten.

Gemütlich und ein wenig verspielt: Der Innenraum des BYD Atto 3 EVO.

Gemütlich und ein wenig verspielt: Der Innenraum des BYD Atto 3 EVO.

Laute Musik und Gitarrensaiten in der Tür

Der Innenraum ist sehr komfortabel und ein bisschen verspielt gestaltet. Die Form des Armaturenbretts lädt Beifahrer zum Hochlagern der Beine ein. Die Türgriffe sind gleichzeitig Lautsprecher mit schicken LED-Bändern. Sie sind nicht nur vorne, sondern auch hinten zu finden, genauso wie Gummibänder zum Festhalten von Getränken, die wie Gitarrensaiten gespielt werden können. Für Kinder ist das ein witziges Extra.

Es ist auch erfrischend, dass die Rückbank vom Innendesign profitiert und der Fokus nicht nur auf den Eltern in der ersten Reihe liegt. Was auch allen Passagieren zugute kommt: Ein reaktionsschnelles Infotainment und ein hervorragendes Soundsystem, das bei voller Lautstärke ein fast schon schmerzhaftes Konzert-Feeling vermittelt.

Der Frunk des BYD Atto 3 EVO: Durchaus brauchbar.

Der Frunk des BYD Atto 3 EVO: Durchaus brauchbar.

Zusätzlicher Gepäckraum hilft enorm

Beim EVO wurde auch das Kofferraumvolumen von 440 auf 490 Liter erhöht. Dazu gibt es erstmals einen 100 Liter Frunk unter der Fronthaube. Der zusätzliche Laderaum ist praktisch, wenn das Auto für einen einwöchigen Urlaub knackvoll gepackt wird.

Insgesamt ist das Fahren im BYD Atto 3 EVO ein Genuss. Dank großer Batterie und starkem Motor vermittelt das Auto Sorglosigkeit. Auch 1,5 Tonnen Anhängelast können gezogen werden. Der Innenraum ist freundlich und interessant gestaltet, das Ladevolumen ist ebenso familientauglich. Preislich beginnt der Atto 3 EVO "Design" bei 36.490 Euro. Die "Excellence"-Variante gibt es ab 39.490 Euro.

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