Möwen fliegen gegen die Skyline von Rom, während die Sonne durch die Wolken des frühen Morgens bricht.
Möwen fliegen gegen die Skyline von Rom, während die Sonne durch die Wolken des frühen Morgens bricht.

© APA/AFP/Tiziana FABI

Leitartikel
02/19/2021

Wo stehen wir, wenn die Konjunktur-Sonne wieder hervorbricht?

Bis die Politik die Krise im Griff hat, werden noch Monate vergehen. Ein Plan für die Zeit danach, wäre aber jetzt schon gut.

von Wolfgang Unterhuber

Wann ist die Wirtschaftskrise endlich vorbei? Ganz einfach: Wenn die Gesundheitskrise bezwungen ist. Die Wirtschaftskrise – das muss man immer wieder betonen – wurde nicht von der Wirtschaft verursacht, sondern von den Maßnahmen der globalen Staatengemeinschaft zur Bekämpfung der Pandemie.

Und die Gesundheitskrise in Österreich und den anderen Industriestaaten wird dann bewältigt sein, wenn (je nach Expertenmeinung) 50 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. Ein möglichst rasches Ende der Krise hängt jetzt also von den Fähigkeiten der Gesundheitspolitiker und ihrer Behörden ab.

Knapp eine Million fast oder ganz ohne Job

Die Zeit drängt. Derzeit sind in Österreich rund 520.000 Menschen ohne Arbeit. Dazu kommen  465.400 Menschen in Kurzarbeit. Kaum ein Tag, an dem nicht ein Unternehmen dramatische Gewinnrückgänge oder Verluste meldet.

Die EU-Kommission hat für Österreich die Wachstumserwartungen für heuer zuletzt von ursprünglich 4,1 auf zwei Prozent halbiert. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo wird im März seine Prognose von derzeit 2,5 Prozent ebenfalls nach unten korrigieren. Sollte im Frühjahr ein weiterer Lockdown folgen, wird es auch 2021 kein Wachstum geben.

Trotzdem: Es gibt Hoffnung. Ist die Pandemie einmal bezwungen, wird die Wirtschaft sehr rasch und sehr stark wieder anziehen. So wie es derzeit aussieht, könnte europaweit bereits ab dem zweiten Halbjahr die Trendwende eintreten.

Die Karawane zieht weiter

Zeit also, sich der Zukunft zuzuwenden. Es gibt jetzt  viel wichtigere Themen als sinnlose Neiddebatten um die Hilfsgelder für einzelne Unternehmen oder die Suche nach Schuldigen irgendwelcher Corona-Hotspots. Mögen die Hunde auch bellen, die Karawane zieht weiter.

Die wichtigsten Fragen lauten: Welche neuen Jobs können wir schaffen, um die Arbeitslosigkeit möglichst rasch und umfassend zu bekämpfen? Können wir parallel dazu den Kampf gegen die Klimaerwärmung endlich ent-ideologisieren und stattdessen zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell entwickeln? 

Können wir unser Bildungssystem aus der Tradition des 19. Jahrhunderts befreien und im Gegenzug dafür Talente, Eigenverantwortung und Unternehmergeist fördern? Und schaffen wir endlich eine Chancengleichheit der Geschlechter und eine Vernetzung der Generationen, durch die Wissen und Erfahrung vereint werden?

In der EU liegen zur Beantwortung und Umsetzung dieser Fragen jetzt sage und schreibe 750 Milliarden Euro zur Abholung durch die einzelnen Länder bereit (Österreich bekommt rund drei Milliarden).

Das ist eine großartige und historische Jahrhundertchance. Wenn wir die vergeben, braucht es für den nächsten Absturz keinen Virus mehr.

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