über die Ski-WM
02/17/2013

WM-Finale

von Wolfgang Winheim

Zu sehr wurde jeder Furz medial aufgeblasen

Wolfgang Winheim | über die Ski-WM

Ob es meine 19., 20. oder 21. alpine Ski-WM war? Ich weiß es nicht mehr.

Ich weiß nur, dass alles noch extremer geworden ist. Noch eisiger sind die Pisten, noch athletischer die Rennläufer, noch professioneller ist die Organisation, noch besser sind die TV-Bilder, noch hektischer die Mikrofonträger. Noch anstrengender ist der Rummel für die Sieger.

Marcel Hirscher konnte sich vor seinen Rennen der Schulterklopfer kaum noch erwehren. Jetzt reiht er sich schon mit 23 Jahren endgültig ein in die Riege der alpinen Allzeitgrößen.

So wie 1976 Franz Klammer bei Olympia in Innsbruck und Harti Weirather 1982 hat jetzt Hirscher eine Heim-Veranstaltung gerettet, für die sich Österreich auch ohne sein Slalom-Gold nicht hätte genieren müssen. Obwohl:

Zu sehr wurde jeder Furz medial aufgeblasen. Zu euphorisch oder dramatisch fiel so manche Schlagzeile aus.

Schladming war in den letzten 14 Tagen weder der Nabel der Sportwelt, noch der chauvinistische Glühweintreff einer alpinen Inzuchtpartie, wie vom Turnen befreite Ferndiagnostiker vermelden zu müssen glaubten.

Die WM 2013 war ein fröhliches Fest. Mit wenigen Pannen und vielen wunderbaren Zuschauern, denen Artisten wie Maze, Ligety, Svindal oder Hirscher das Verdrängen ihrer Alltagssorgen erleichterten. Bei meiner allerletzten WM hat auch der Fan für seine Fairness eine Medaille verdient.