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© Kurier

Leitartikel
02/11/2020

Wer ist aus solch hartem Holz geschnitzt?

Frauen in Spitzenjobs müssen besser und härter als jeder Mann sein. Für Politikerinnen gilt das besonders.

von Ulrike Botzenhart

Sie glauben daran, alles schaffen zu können, wenn sie es nur wollen. Sie? Mädchen, die heute in Österreich oder Deutschland in die Schule gehen. Sogar Bundeskanzlerin ist für sie dank Angela Merkel und Brigitte Bierlein normal. Normal? Mitnichten. Auch wenn Frauen in den vergangenen Jahrzehnten riesige Schritte auf den Karriereleitern gemacht haben.

Der Preis dafür ist hoch. Eine Frau muss trotz aller Fortschritte noch immer mindestens doppelt so gut sein wie ein Mann, um die gleiche Position wie jener zu erreichen. Doppelt so gut. Und doppelt so hart gegen sich selbst, um an die Spitze zu kommen – und dort zu bleiben. Und, was ganz besonders für die Politik gilt: ernst genommen zu werden.

Sogar Angela Merkel, die seit Jahrzehnten auf der Weltbühne jedem Mann die Stirn bietet, erlebte das zu Beginn ihrer Karriere. An der Seite von Bundeskanzler Helmut Kohl, der ihr großes Talent erkannte, wurde sie als „Kohls Mädchen“ kleingeredet. Sie lächelte tapfer und ging beharrlich und gegen jeden Widerstand ihren Weg – auch weil sie das Machtspiel ihrer Rivalen noch besser spielte als diese. Wolfgang Schäuble, Christian Wulff oder Roland Koch können ein Lied davon singen.

Ganz ehrlich: Wer möchte nur einen Tag in der Haut von Spitzenpolitikerinnen stecken, die – wenn sie hart auftreten – als Eiskönigin oder Hexe beschimpft werden? Die sexistischen Attacken ausgesetzt sind? Oder als entscheidungsschwach kleingemacht werden? Als „Erfindung“ eines Mannes bezeichnet werden? Oder als hübsches „Pupperl“? Eine der Schubladen passt ja fast immer, in die erfolgreiche Frauen gesteckt werden. Dass dem 2020 noch immer so ist, ist ein Skandal.

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