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Meinung
09/19/2019

Verpflichtendes Pensionssplitting? Ja, bitte!

Warum das automatische Aufteilen der Pensionsmonate ein Schritt in die richtige Richtung wäre.

von Christian Böhmer

Wissen Sie, was Pensionssplitting ist? Nein? Dann sind Sie in vortrefflicher Gesellschaft: Vor mehr als 14 Jahren eingeführt, ist das Modell noch immer so unbekannt, dass es nur von einem verschwindenden Bruchteil der Jung-Eltern wahrgenommen wird: Gerade einmal 412 Paare waren es im Vorjahr – bei 84.425 Geburten insgesamt.

Dabei ist das Prinzip des Splittings denkbar einfach: In der Karenz kann der arbeitende Partner einen Teil seiner gesammelten Pensionsmonate an jenen Partner abtreten, der sich um das oder die Kinder kümmert.

Die Volkspartei hat nun vorgeschlagen, dieses freiwillige Modell in einen Automatismus umzuwandeln.

Die SPÖ lehnt die Idee brüsk ab, die Freiheitlichen tadeln den Vorstoß gar als ineffiziente „Zwangsverpflichtung“.

Unterm Strich wäre das automatische Aufteilen der Pensionsmonate aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Denn wer sich ein wenig mit den Karriereverläufen der arbeitenden Menschen in Österreich beschäftigt, weiß: Es sind mehrheitlich die Frauen, die nach der Karenz in Teilzeit gehen, damit der Familienalltag zwischen Job, Kindergarten, Schule, Hort etc. gelingt. Und es sind mehrheitlich die Frauen, die am Ende ihres Arbeitslebens mitunter entsetzt feststellen müssen, dass ihr Teilzeitjob viel zu wenig für ihr Pensionskonto gebracht hat, um später eine Pension zu ermöglichen, die sie nicht als Hohn empfinden.

Solang Frauen und Männer nicht gleich viel verdienen und damit auch gleich viel auf ihr Pensionskonto einzahlen können, ist das automatische Pensionssplitting keine Frage des Zwanges. Es ist vor allem eine Frage der Fairness.

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