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Leitartikel
01/01/2022

Schluss mit traurig!

2022 sollten wir den Homeoffice-Kurzarbeit- Lockdown- Brotback-Modus endlich wieder hinter uns lassen.

von Martina Salomon

Wer es dieser Tage wagt, einen Fuß außerhalb des Landes zu setzen, merkt: Anderswo ist das Jammertal selbst mit höherer Corona-Inzidenz längst nicht so tief wie das österreichische – und es gibt auch noch andere Gesprächsthemen außer Viren. Schön! Wir waren im vergangenen Jahr ja Weltmeister in bürokratisch-schikanösen Beschränkungen, die dann aber nur halbherzig eingehalten, dafür mit riesigen Ausgleichszahlungen finanziert und gern im Nachhinein höchstgerichtlich aufgehoben wurden.

Aber so kann es nicht weitergehen. Zum Beispiel war die Silvester-Sperrstunde für die Gastro, mit der man Millionen in weniger kontrollierte private Räume zwang, ärgerlicher Unsinn. Jetzt geht die Angst vor lahmgelegter Infrastruktur wegen zu erwartender Hunderttausender Quarantänefälle um. Italien hat beschlossen, geimpfte Kontaktpersonen von Omikron-Infizierten – mit FFP2-Maske – weiterarbeiten zu lassen. Dem Beispiel werden bzw. müssen andere folgen.

Wenn Omikron durchgerauscht ist, sollten wir den Homeoffice-Kurzarbeit-Lockdown-Brotback-Modus, in dem sich manche eh irgendwie gemütlich eingerichtet haben, hinter uns lassen. Weil in mittlerweile 66 Berufen die Fachkräfte fehlen, müssen die Österreicher raus aus der Komfortzone. Sonst wird es am Ende für alle ungemütlich. Dafür sollten endlich ältere Arbeitnehmer länger im Erwerbsleben gehalten werden. Außerdem muss der Anreiz steigen, zumutbare Jobs anzunehmen– nicht Arbeitsfähige natürlich ausgenommen. Es gibt genügend weitere Probleme zu lösen: Der Arbeitskräftemangel wird – neben der Energiepolitik – die Inflation zusätzlich antreiben, weil er die Löhne und in der Folge Dienstleistungen und Waren verteuern wird. Die EZB-Zinspolitik lässt die soziale Schere aufgehen, weil Reiche an den Aktien- und Immobilienmärkten reicher werden, während ein Eigenheim für die Masse immer unleistbarer wird.

Die politische Antwort darauf kann aber nicht Caritas-Kommunismus sein. Eh nett, dass die neue Grazer Bürgermeisterin einen Teil ihres Gehalts spendet, für Umverteilung ist jedoch der Staat zuständig. Fast nirgendwo funktioniert das besser und großzügiger als in Österreich. Von der Politik noch mehr soziale Almosen zu verlangen und Österreich quasi zum Volk von Armen zu stempeln, ist falsch. Den meisten geht es im internationalen Vergleich sehr gut. Sorgen machen muss eher die Wissenschaftsfeindlichkeit und Esoterikspinnerei. Wodurch wir in der Pandemie weder auf hohe Impfquoten, noch auf digitale Daten und Kontaktnachverfolgung setzen, sondern auf mittelalterliches Wegsperren und extradicke Masken.

Wir schreiben 2022. Es ist hoch an der Zeit, Technik nicht als Feind und Leistung nicht als „neoliberales“ Teufelszeug zu betrachten. In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr!

Martina Salomon
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