Meinung
10.02.2017

"Originelle" Entscheidung

Der Sommer bringt neben drei neuen Langstreckenflügen auch zahlreiche Frequenzaufstockungen bei bestehenden Zielen mit sich. © Bild: gilbert novy

Das Urteil ist ungefähr so "gescheit" wie das EU-Verbot kostenloser Plastiksackerl

Dr. Martina Salomon | über den Gerichtsentscheid zum Flughafen Wien

Man könnte ja einiges gegen die dritte Piste am Wiener Flughafen einwenden: Dass sie vielleicht gar nicht nötig ist. Oder dass sie mehr Verkehr anzieht, was den Anrainern nicht zumutbar ist. Aber das Argument des Bundesverwaltungsgerichts, wonach der Schutz vor negativen Folgen des Klimawandels höher zu bewerten sei, als die positiven Effekte für Arbeitsplätze und Standorte ist schon ein wenig originell.

Sperren wir nun folgerichtig die Südost-Tangente zu? Vertreiben wir die Voest aus Linz und verbieten wir ihr, ein neues Edelstahlwerk in Kapfenberg zu bauen? Und macht es das Weltklima besser, wenn wir die auf höchstmöglichen Umweltstandard arbeitenden Fabriken nach Asien verjagen, wo man CO2 kaum buchstabieren kann und will?

Das Urteil ist ungefähr so "gescheit" wie das EU-Verbot kostenloser Plastiksackerl. Nötig wäre dies in vielen Teilen Asiens, wo Plastikabfälle Land und Wasser unter sich begraben. Ein Öko-Wahnsinn, den keiner stoppt. Im Müllverbrennungsland Österreich hingegen ist es sinnloser Aktionismus. Hier wird extra gesammelter Plastikmüll für bessere Brennbarkeit sogar beigemischt. Good old europe hat mittlerweile leider einen Vogel.